Eine Adoption spart richtig Erbschaftsteuer

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

1. Das Problem

Nicht verwandte Erben insbesondere, aber auch Neffen und Nichten  werden bei der Erbschaftsteuer ordentlich geschröpft. Wer von seiner Tante oder seinem Onkel erbt, hat nur einen Freibetrag von 20.000 €. Alles was darüber hinausgeht, wird in der ungünstigen Erbschaftsteuerklasse II mit Steuersätzen von 15 bis 43 Prozent belegt. Bei einem Hausgrundstück im Wert von € 420.000 beträgt die Erbschaftsteuer somit stolze 100.000 €. Nicht verwandte Erben zahlen gleich 30 Prozent bis 50 Prozent Erbschaftsteuer.

2. Adoptieren hilft Steuern sparen

In vielen Fällen lässt sich hier durch eine Erwachsenenadoption Abhilfe schaffen. Was viele nicht wissen: In Deutschland können auch volljährige Personen als Kind adoptiert werden, wenn die Adoption sittlich gerechtfertigt ist. Dies setzt voraus, dass eine enge persönliche Bindung zwischen den Personen besteht. Dies ist bspw. häufig bei kinderlosen Paaren gegenüber deren Patenkindern der Fall. Es muss also ein Verhältnis wie zwischen Eltern und Kindern bestehen. Dies kann auch zu Onkel oder Tante bestehen, wenn daneben die leiblichen Eltern noch leben. Geprüft wird dies vom Familiengericht. Viele Bürger haben Angst vor diesem Gespräch und manchmal ist es auch anstrengend. So mancher hat zu mir nach dem Gespräch beim Familienrichter gesagt, „Herr Ruby, ich glaube nicht, dass das klappt“ und dann wurde doch die Adoption ausgesprochen. Bislang hat das noch immer geklappt. Das Finanzamt ist an eine erfolgreich durchgeführte Adoption gebunden und muss diese akzeptieren. Sogar wenn der Adoptionsantrag noch läuft und das Adoptivelternteil vor der Adoption stirbt, ist das Finanzamt an eine nachträglich ausgesprochene Adoption gebunden.

3. Rechtliche Wirkungen der Adoption

Die Erwachsenenadoption führt dazu, dass zwischen dem Angenommenen und dem Annehmenden grundsätzlich die gleichen rechtlichen Beziehungen gelten, wie zwischen Eltern und deren Kinder. Zum Beispiel entstehen die gegenseitige Unterhaltspflicht oder gerichtliche Zeugnisverweigerungsrechte. Auch ändert sich der Geburtsname des Angenommenen. Er erhält den Familiennamen des Annehmenden als Geburtsnamen. Das kann – muss aber nicht – zu einer Änderung des eigenen Familiennamens führen, insbesondere nicht, wenn man verheiratet ist. Dann müsste der Ehepartner einer Änderung des Familiennamens zustimmen, was in der Regel nicht der Fall sein wird, so dasss es beim bisherigen Familiennamen bleibt.

4. Erbschaftsteuer fällt meist ganz weg

Erbschaftsteuerlich führt eine Erwachsenenadoption also dazu, dass der adoptierte Neffe bzw. die adoptierte Nichte einen Freibetrag von 400.000 € je Adoptivelternteil erhält und zudem in die günstigere Steuerklasse I aufrückt. In den meisten Fällen fällt somit nach Durchführung der Adoption überhaupt keine Erbschaftsteuer mehr an.

5. Wie wird’s gemacht?

Der Adoptionsantrag muss notariell beurkundet beim Familiengericht eingereicht werden. Dort prüft dann der Familienrichter, ob ein Eltern-Kind-Verhältnis vorliegt. Hierzu werden die Beteiligten geladen. Das Eltern-Kind-Verhältnis ist der eigentliche Zweck der Erwachsenenadoption und das sollte dem Familiengericht auch so vermittelt werden. Steuerliche Erwägungen als Nebenmotiv zur Adoption sind unschädlich. Man sollte nur beachten, dass diese Nebenmotive nicht unbewusst in den Vordergrund gerückt werden.  Eine Zustimmung der eigenen Eltern für die Durchführung der Adoption ist nicht erforderlich. Die eigenen Eltern sind am Adoptionsverfahren nicht beteiligt, auf diese hat die Adoption auch keine Auswirkungen. Aber sie bleiben weiterhin die Eltern. Rechtlich gesehen hat man nach der Adoption eben bis zu vier (!) Elternteile. Bei verheirateten Personen ist jedoch die Einwilligung des Ehepartners erforderlich.

6. Erwachsenenadoption ist beliebt

Die Erwachsenenadoption ist in Deutschland sehr beliebt. Die Zahl der Erwachsenenadoptionen wird zukünftig sicherlich erheblich ansteigen. Wichtig ist, sich zunächst über die Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Erwachsenenadoption umfassend bei einem entsprechenden Fachmann zu informieren und sodann einen ausführlichen Adoptionsantrag zu entwerfen, der dann vom Familengericht geprüft und genehmigt werden muss.

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