Anrechnung von Vorempfängen auf das Erbe?

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Nicht selten besteht der Irrtum, dass sich Kinder automatisch alle Zuwendungen, die sie zu Lebzeiten erhalten haben, auf ein späteres Erbe anrechnen lassen müssen. Dies ist aber von Rechts wegen nicht so, sondern es bedarf einer sogenannten „Ausgleichungsanordnung“ des Erblassers. Der Erblasser kann eine Ausgleichung auch schlüssig anordnen. Dafür reicht es aber nicht aus, dass er vor der strittigen Zuwendung seine Kinder als gesetzliche Erben stets gleichermaßen bedacht hat, insbesondere wenn auch der nunmehr zugewandte strittige Vermögenswert ohne Weiteres teilbar gewesen wäre. Dies hat das Oberlandesgericht Koblenz am 10.04.2012, Az. 5 W 166/2012 entschieden. Beweispflichtig für eine Ausgleichungsanordnung ist derjenige, der Rechte daraus herleitet. Dieser Beweis ist in der Praxis regelmäßig nicht zu führen.

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