Ausbietungsgarantie: Trick 17 bei der Hausversteigerung in der Erbengemeinschaft

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Oftmals wird eine Erbauseinandersetzung von demjenigen Miterben, der eine zum Nachlass gehörende Immobilie bewohnt, blockiert.

Wenn man ein Grundstück kauft, kommt es zu einer Auflassung (dingliche Einigung).

Ein seltsames Wort, das aus der deutschen Rechtsgeschichte kommt. Wenn früher jemand sein Haus verkaufte, dann lies man die Türen auf, damit alle sehen konnten, dass der alte und neue Eigentümer sich über den Eigentumsübergang auf den neuen Eigentümer einig waren. Die Einigung des alten Eigentümers und des Erbwerbers bei der Übertragung eines Grundstücks wird heute noch Auflassung genannt. Die Auflassung muss notariell beurkundet werden, um wirksam zu sein. Die Auflassung alleine genügt allerdings nicht zum Eigentumsübergang. Vielmehr erfolgt die Eigentumsübertragung erst durch Eintragung im Grundbuch. Die Auflassung ist im deutschen Recht vom zugrunde liegenden Kausalgeschäft, z. B. Kauf- oder Schenkungsvertrag, streng zu unterscheiden.

Für die anderen Miterben kann es dann Sinn machen, durch die Einleitung einer Teilungsversteigerung Druck auf den Miterben auszbuüben, der sich gegen die Teilung sperrt. Entweder der bzw. die widerstrebenden Miterben finden über dieses taktisch eingesetzte Druckmittel zu kooperativem Verhalten oder es kommt zur Teilungsversteigerung. In eine Teilungsversteigerung sollte man nie ohne eine klare Strategie gehen. Man sollte bis zu einem selbstgesetzten Limit selbst mitbieten (können)oder bei mangelnder eigener Wirtschaftskraft sich über eine notariell zu beurkundende Ausbietungsgarantie mit einem wirtschaftlich potenten Interessenten, der möglicherweise den Zuschlag erhält, den eigenen wirtschaftlich Vorteil sichern (z.B. von der Bietsumme unabhängige Mindestzahlung bei Zuschlag an den Ausbietungsgaranten).

 

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