Ausland: Erbfälle mit Auslandsbezug steigen ständig

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[ 15.05.2012 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Die Erbfälle mit Auslandsbezug werden immer zahlreicher. Entweder ist der Erblasser Ausländer oder die Erbschaft (vor allem Grundbesitz wie Ferienwohungen) befindet sich ganz oder zum Teil im Ausland.

Es gibt kein Internationales Erbrecht, das solche Erbfälle regelt.

Es gibt aber ein Internationales Privatrecht, das für solche Erbfälle geschaffen wurde. Aufgabe des Internationalen Privatrechts ist es herauszufinden, nach welcher Rechtsordnung sich der Erbfall richtet (also z.B. nach deutschem oder österreichischem Erbrecht, wenn der Erblasser ein Österreicher war). Man nennt das Internationale Erbrecht daher auch Kollisionsrecht, weil zwei Rechtsordnungen miteinander kollidieren. Jedes Land hat solche Kollisionsnormen. Sie sind also nationales Recht. Aus dem Zusammenspiel z.B. des deutschen und österreichsichen Kollisionsrechts wird dann ermittelt, ob für den deutsch-österreichsichen Erbfall deutsches oder österreichisches Erbrecht gilt. Da die Kollisionsnormen jeweils nationas Recht sind, die jede Nation selbständig setzt, können sich solche Kollisionsnormen des Internationalen Privatrechts auch widersprechen.

Die Materie ist hochkompliziert, so dass es sich oftmals empfiehlt zusätzlich zum deutschen Rechtsanwalt noch einen Juristen aus dem betroffenen Ausland hinzuzuziehen.

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