Berliner Testament bei neuer Ehe

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[ 13.12.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Bei einem Berliner Testament setzen sich die Eheleute gegenseitig zu Alleinerben ein und die Kinder zu Schlusserben. Stirbt ein Ehegatte, wird der andere Alleinerbe und ist an die Schlusserbeneinsetzung der Kinder gebunden. Im Klartext: Er kann die Erbeinsetzung der Kinder für die Zeit nach seinem Tod nicht mehr abändern. Ein neues Testament wäre sinnloss, da unwirksam.

Wie ist es aber, wenn der verwitwete Ehegatte neu heiratet?

Er kann gegen das alte Berliner Testament angehen, indem er es nach der Heirat des neuen Ehegatten anficht. Dadurch wird das gesamte Berliner Testament quasi vernichtet. Die Folge ist dann die rückwirkdende gesetzliche Erbfolge nach dem verstorbenen, ersten Ehegatten. Der überlebende Ehegatte verliert also seine Alleinerbenstellung nach verstorbenen Ehegatten und ist dann regelmäßig nur noch zur Hälfte Erbe, kann aber auf der anderen Seite wieder neu testieren und dem neuen Ehegatten einen Großteil des Vermögens durch Testament zuwenden. Besonders attraktiv ist diese Anfechtungsmöglichkeit, wenn man vom ersten Ehegatten nicht allzuviel geerbt hat.

Allerdiings kann man dieses Anfechtungsrecht im Berliner Testament ausschließen. Dann ist das Berliner Testament auch nach einer Wiederverheiratung der Witwe oder des Witwers unanfechtbar.

Allerdings steht Ehegatte Nummer zei immer ein Pflichtteilanspruch zu. Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils in Geld. 

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