Berliner Testament: Berücksichtigung ausgleichungspflichtiger Schenkungen des Erstverstorbenen beim Schlusserbfall

Druckansicht öffnen 

[ 29.10.2015 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Sind bei einem Berliner Testament Zuwendungen des vorverstorbenen Elternteils, deren Ausgleichung angeordnet war, beim Schlusserbfall zu berücksichtigen?

Hierzu ein Fall:

Die Eheleute V und W haben ein Berliner Testament. Vater V stirbt zuerst, dann die Witwe W. Schlusserben sind die drei Kinder K1, K2 und K3 zu je 1/3. K1 hat vor mehr als zehn Jahren 150.000 mit Ausgleichungsbestimmung von Vater V erhalten. Wie ist zu teilen,wenn der Nachlass 300.000 beträgt?

Lösung:

Bei Berliner Testamenten gilt bei der Erbteilung unter den Kindern der erweiterte Erblasserbegriff. Die Eltern werden zusammen quasi wie ein Erblasser betrachtet. Das gilt allerdings nur – wie hier – bei der Erbteilung, nicht im Plfichtteilsrecht. Es ist wie folgt zu rechnen:

Nachlass W 300 + 150 Vorempfang von V = 450 x 1/3 = 150. Eigentlich hätte jedes der drei Kinder 150.000 geerbt, wenn der Vater diese 150.000 nicht zuvor an K1 gegeben hätte. K1 muss sich die 150.000 anrechnen lassen.

K1: 150 ./. 150 VE = 0

K2: 300 x ½ = 150

K3: 300 x ½ = 150

K1 bekommt also nichts mehr, K2 und K3 je 150.000, so dass im Ergebnis jeder 150.000 hat. 

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505


Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü