Berliner Testament: Keine gleichzeitige Unterschrift erforderlich

Berliner Testament. Erklärt von Gerhard Ruby, Anwalt für Erbrecht.

Bei einem Berliner Testament oder eine anderen Form des Ehegattentestaments spielt es keine Rolle, wann die Eheleute das Testament unterschrieben haben. Notwendig ist allerdings, dass im Zeitpunkt der letzten Unterschrift der Testamentsinhalt noch dem letzten Willen beider Ehegatten entspricht. Nach dem Tod eines der Ehegatten ist die nachträgliche Unterschrift aber nicht mehr wirksam.
Ein Berliner Testament ist auch wirksam, wenn nur einer der Ehegatten seine Unterschrift mit einem Datum versehen hat und offen ist, wann der andere unterschrieben hat. Entscheidend ist auch hier wieder bloß, dass ein gemeinsamer Testamentswille vorliegt. Das gilt auf jeden Fall bei einem Berliner Testament, in dem sich die Eheleute gegenseitig zu Erben einsetzen.

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