Beschwerter beim Vermächtnis

Das Vermächtnis

In einem Testament kann der Erblasser ein Vermächtnis zuwenden. Derjenige, der das Vermächtnis bekommt, ist nicht Erbe. Der Erbe bekommt (zunächst) alles mit dem Tod des Erblassers. Der Vermächtnisnehmer bekommt nur ein Recht, dass er etwas aus dem Erbe als Vermächtnis erhält. Er muss sein Recht geltend machen. Das sollte er innerhalb von drei Jahren tun, denn sonst ist das Vermächtnis verjährt.

Beispiel

Erblasser E setzt A zu seinem Erben ein. Mit dem Tod von E bekommt A zunächst alles, z.B. das Haus, das Auto, die Möbel und 100.000 Euro Geldvermögen. E hat aber auch dem B ein Vermächtnis in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. B kann von A die 10.000 Euro verlange, die A dann an B auszuzahlen hat.

Der Beschwerte

Der Vermächtnisnehmer muss sein Vermächtnis also von jemandem verlangen. Derjenige, von dem er das Vermächtnis verlangt, ist der mit dem Vermächtnis „Beschwerte“. Mit einem Vermächtnis wird in aller Regel der Erbe beschwert. Der hat ja auch zunächst die ganze Erbschaft. Es kann aber auch ein Vermächtnisnehmer mit einem weiteren Vermächtnis beschwert werden.

§ 2147 BGB Beschwerter

Mit einem Vermächtnis kann der Erbe oder ein Vermächtnisnehmer beschwert werden. Soweit nicht der Erblasser ein anderes bestimmt hat, ist der Erbe beschwert.

Wenn ein Vermächtnisnehmer beschwert ist, spricht man von einem Untervermächtnis. Wie gesagt ist in aller Regel der Erbe beschwert. Das drückt auch das Gesetz aus, wenn es bestimmt, das ohne ausdrückliche Bestimmung immer der Erbe der Beschwerte ist.

Beispiel

Wie oben. E hat A wieder als Erben eingesetzt. Er hat diesmal aber dem B ein Vermächtnis von 20.000 Euro ausgesetzt. B soll dem C davon 5.000 abgeben. Jetzt ist der Vermächtnisnehmer B mit einem Untervermächtnis zugunsten von C beschwert.

Was ist, wenn der Beschwerte wegfällt?

Dann bleibt das Vermächtnis dennoch bestehen. Fällt der beschwerte Erbe oder der beschwerte Vermächtnisnehmer weg, z.B. weil er schon gestorben ist oder er ausschlägt, dann muss eben derjenige, der an seine Stelle tritt, das Vermächtnis erfüllen. Es wird nicht unwirksam.

 

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