Bestandsverzeichnis: Informationen für den Pflichtteilsberechtigten

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist für Erbrecht

Ist ein Pflichtteilsberechtigter (z.B. Kind, Ehegatte) vom Erblasser enterbt worden, steht ihm ein Pflichtteilsanspruch zu. Damit er diesen geltend machen kann, hat er gegen den Erben ein Anspruch auf Auskunft über den tatsächlichen Bestand des Nachlasses im Zeitpunkt des Todes des Erblassers. Daneben hat er auch einen Auskunftsanspruch bezüglich der vom Erblasser vor seinem Ableben gemachten Schenkungen. Meistens sind nur die Schenkungen der letzten zehn Jahre vor dem Tod von Interesse, es kann aber auch sein, dass länger zurückliegende Schenkungen ein Rolle spielen, zum Beispiel wenn sich der Erblasser als Schenker eines Hauses den Nießbrauch am Haus vorbehalten hat.

Grundsätzlich hat der Erbe diese Auskünfte im Rahmen eines Bestandsverzeichnisses zu erteilen, das auf Verlangen des Enterbten von einem Notar zu erstellen ist. Dann hat der Pflichtteilsberechtigte das Recht bei der Aufnahme durch den Notar mit einem Bevollmächtigten dabei zu sein.

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