Bundesschatzbriefe

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[ 03.10.2013 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Bundesschatzbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere des Bundes, die ab 2013 nicht mehr aufgelegt werden.

1. Wie sind Bundesschatzbriefe im Erb- oder Schenkungsfall zu bewerten?

Bundesschatzbriefe A werden mit dem Nennwert angesetzt. Bundesschatzbriefe B, Finanzierunggschätze des Bundes  und abgezinste Sparbriefe werden mit dem Rückzahlungswert angesetzt, das ist der Kaufpreis zuzüglich der taggenau dazugerechneten Zinsen, die bis zum Bewertungsstichtag aufgelaufen sind.

Berechnungsbeispiel  (s.u. am Ende ErbStR H B 12.2)

ErbStR R B 12.2 Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Sparbriefe

   (1) Bundesschatzbriefe A sind mit ihrem Nennwert anzusetzen. Bundesschatzbriefe B sind mit ihrem Rückzahlungswert anzusetzen.
   (2) Finanzierungsschätze des Bundes werden in der Weise verzinst, dass der Erwerber beim Kauf einen geringeren Betrag einzahlt als er später bei der Einlösung am festliegenden Fälligkeitstag zurückerhält. Die Zinsen für die Zeit vom Tag der Zahlung des Kaufpreises bis zum Fälligkeitstag (ausschließlich) werden im Voraus vom Nennwert abgezogen. Finanzierungsschätze werden monatlich in neu aufgelegten Ausgaben mit einer Laufzeit von etwa einem Jahr oder etwa zwei Jahren verkauft. Die Laufzeit beginnt mit dem Tag der Zahlung des Kaufpreises. Die Laufzeit endet am 20. des Fälligkeitsmonats, falls der 20. kein Geschäftstag ist, am nächstfolgenden Geschäftstag.6Bei Fälligkeit wird der Einlösungsbetrag gutgeschrieben oder bargeldlos überwiesen. Vor Fälligkeit nimmt der Emittent Finanzierungsschätze nicht zurück. Bei Finanzierungsschätzen wie bei anderen Diskontpapieren ist der Wert bis zum Fälligkeitszeitpunkt aus dem Ausgabebetrag zuzüglich der aufgelaufenen fiktiven Zinsen zu berechnen. Dabei kann auf eine taggenaue Wertermittlung zum Besteuerungszeitpunkt nicht verzichtet werden. Um dabei auch die auf einen unterjährigen Zeitraum entfallenden fiktiven Zinsen zu erfassen, ist der Stichtagswert wie folgt zu ermitteln:

Stichtagswert = Ausgabewert x qn x ( R x T / 36 x 100 + 1) 

Dabei ist qn : Aufzinsungsfaktor für volle n Jahre = (1 + R
100 )n

Beachte: n ist immer hoch n also die Potenz, was hier grafisch nicht dargestellt werden kann.
R: Emissionsrendite
T: Jahresbruchteile in Tagen.

Diese Art der Wertermittlung ist in allen Besteuerungsfällen anzuwenden. Da der Anspruch auf Verzinsung bis zum Besteuerungszeitpunkt bereits im Stichtagswert der Finanzierungsschätze und anderer Diskontpapiere berücksichtigt ist, ist ein besonderer Ansatz von Stückzinsen nicht mehr erforderlich.
   (3) Abgezinste Sparbriefe sind mit dem Rückzahlungswert anzusetzen. Ist der Rückzahlungswert nicht bekannt, ist er entsprechend der Regelung in Absatz 2 zu ermitteln.

ErbStR H B 12.2
Bewertung von Diskontpapieren.
Beispiel:
A hatte am 2. 1. 2010 Diskontpapiere zum Ausgabewert von 14 381 EUR gekauft. Er ist am 20. 10. 2011 verstorben.

Ausgabewert 14 381 EUR
Emissionsrendite 4%
Laufzeit 1 Jahr 9 Monate 18 Tage
(n = 1; T = 288)

14 381 X ( 1 + 4/100)1 x (4×288/100 x 360 + 1

= 14 381 × 1,0400 × 1,032

= 15 434 EUR.

 

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