Chronik von Villingen-Schwenningen – Erbrechtskanzlei Schwarzwald

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[ 30.11.2013 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Die Erbrechtskanzlei RUBY ist u.a. im Schwarzwald in Villingen-Schwenningen zu Hause. Wir veröffentlichen hier Daten aus der Geschichte Villingens und Schwenningens in chronologischer Folge. Die Geschichte ist untergliedert in die Geschichte Villingens, die Geschichte Schwenningens und seit 1972 in die gemeiname Geschichte der Doppelstadt Villingen-Schwenningen (in der Badener und Württemberger vereint leben, weshalb man sie auch Baden-Württemberg-Stadt nennt)

GESCHICHTE VILLINGENS

616 v. Chr.
Ein keltischer Fürst stirbt und wird im Magdalenenbergle, dem größten Grabhügel der westeuropäischen Hallstattkultur südwestlich von Villingen (100 m Basisdurchmesser), bestattet. Das Magdalenenbergel erweist sich bei den 1890 unter Leitung des Oberförsters Ganter und 1970–1973 unter Leitung des Prähistorikers K. Spindler durchgeführten Grabungen als hallstattzeitlicher „Fürstengrabhügel“ und größter Grabhügel Mitteleuropas. Die jahrgenaue Datierung ergibt sich aus dem dendrochronologisch ermittelten Fälldatum der Eichen, aus denen die zentrale Grabkammer gezimmert war.

4. Jh. n. Chr.
Erster Nachweis einer Besiedlung durch die germanischen Alemannen im Dorf Villingen, der sogen. Altstadt. Sie siedelten an der Altstadtquelle links der Brigach.

817
Erstmals schriftlich erwähnt wurden Villingen und Schwenningen in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen vom 04. Juni 817. Der Kaiser schenkte darin den Zins der Hufen des Witho und Heimo von Filingun dem Kloster St. Gallen.

999
Kaiser Otto III. verlieh am 29. März dem Grafen Berthold (Vater des Zähringers Berthold I.) das Markt-, Münz- und Zollrecht sowie den Gerichtsbann. Erstmals erhielt ein weltlicher Herr für einen seiner Orte diese königlichen Rechte (Regalien). Vermutlich ab dem 11. Jahrhundert allmähliche Verlagerung des Marktortes Villingen in den westlichen Brigachbogen durch die Herzöge von Zähringen.

1119
Die Zähringer gründeten Villingen auf der gegenüberliegenden, rechten Seite der Brigach neu. Dabei entstand das für Zähringerstädte typische Straßenkreuz.

1120
Erster Münsterbau. Territorial- und Ortsherren sind die Herzöge von Zähringen

1218
Nach dem Aussterben der Zähringer 1218 wurde Villingen Reichsstadt.

1253
Johanniterkommende: Graf Heinrich von Urach-Fürstenberg stiftet „das ritterliche Haus zu Villingen“. Er versteht sich als Stadtherr.

1268
Der Graf ruft die Franziskaner nach Villingen; Bau von Kirche und Kloster

um 1270
Gründung des Heilig-Geist-Spitals als Stiftung der Gräfin Agnes v. Fürstenberg. Es diente der Versorgung von Kranken und Alten. Ein Ablassbrief von 1286 stellt die erste völlig sichere Nennung dar.

1271
Villingen wurde durch einen Flächenbrand komplett zerstört.

1283
Heinrich von Fürstenberg erhielt Villingen als ewiges Reichslehen. Villingen verlor damit seine Reichsfreiheit wieder. Kaiser Rudolf entsprach damit zwar seinen Verpflichtungen gegenüber dem Grafen, gab die Reichsansprüche jedoch nicht preis.

1294
Ältestes schriftlich fixiertes Stadtrecht

1324
Der vom Grafen von Fürstenberg anerkannte Zunftbrief regelte durch Bestimmungen für die Wahl von Bürgermeister, Zunftmeistern und Richtern das politische Leben der Stadt neu. Das Hauptgewerbe war damals die Wollweberei.
 König Ludwig bewilligt den Grafen von Fürstenberg die Besteuerung der Juden („Nutzen“) zu Villingen, erster direkter Hinweis auf jüdische Bevölkerung in der Stadt.

1326
Villingen wurde an Österreich verkauft und gehörte bis 1805 zu Vorderösterreich. Fast 500 gute Jahre für die Villinger. Weit weg von Wien ließ es sich gut leben. Laut Vertrag wird Villingen am 30.11.1326 erbliche Herrschaft der Herzöge von Osterreich. 

1349
Die seit den 1340er-Jahren eingeschleppte und europaweit grassierende Pest erreicht 1349 auch Villingen. Quellen berichten bruchstückhaft von einer hohen Zahl der Opfer des „Schwarzen Todes“. An der Pest starb wohl über die Hälfte der Bevölkerung.

1455
Im Juni 1455 trafen Herzog Albrecht VI. von Österreich und der Gelehrte Matthäus Hummel in dessen Heimatstadt Villingen zu Gesprächen über die Gründung einer Universität zusammen. Hummel wurde 1460 Gründungsrektor in Freiburg.

1513
Der Söldner und Villinger Lokalheld Remigius Mans (Romäus) fiel am 06. Juni in der Schlacht bei Novarra. Die Person „Romäus“ ist geneanologisch nur hypothetisch einzuordnen. Die Fakten über ihn sind eher dürftig, die Geschichten um so zahlreicher.

1524/1525
Im Bauernkrieg wurde die Stadt bedroht, aber nie ernsthaft belagert. Im Gegenteil, sie griff aktiv auf Seiten Vorderösterreichs in den Krieg gegen die Bauern ein, indem sie die umliegenden Ortschaften (z. B. Schwenningen) überfiel.

1530
Für die Verdienste im Bauernkrieg und für die Treue zum katholischen Glauben verlieh Erzherzog Ferdinand von Österreich der Stadt am 10. August ein neues Stadtwappen. Ferdinand war der Landesherr über Vorderösterreich. Er wurde dann am 5.1.1531 auch zum Deutschen König gewählt.

1535, 1541, 1553, 1554, 1583, 158484, 1594, 1595, 1610, 1611
In diesen Jahren fand in Villingen die Hochschule Freiburg Zuflucht vor der Pest. Mehrfach mussten Professoren und Studenten Freiburg verlassen, weil dort die Pest wütete. Zu den bevorzugten Fluchtorten gehörte Villingen. Insgesamt war man zwischen 1535 und 1610 sechsmal in der Stadt. Als Unterkunft diente das Franziskanerkloster.

1572
wurde am 24. Juni durch Beschluss der Stadt Villingen eine Schulordnung erlassen, aus der hervorgeht das die Schule im Sommer und Winter stattfand. Knaben hatten täglich 6 Stunden und (getrennt von den Mädchen) diese 3 Stunden Unterricht. Es bestand kein gesetzlicher Schulzwang aber eine moralische Verpflichtung zum Schulbesuch. Die Rahmenbedingungen zum Villinger Schulwesen und auf der gesamten Baar waren durch den Bischof von Konstanz, Marc Sittich in der Konstanzer Diözesansynode von 1567 festgelegt worden.

ab 1633
Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg dreimal durch die Schweden belagert, aber weder die beiden Belagerungen 1633 noch die Wasserbelagerung 1634 durch den Generalfeldzeugmeister Georg Friedrich von Holtz zu Niederholz waren erfolgreich.

nach 1648
Der Orden der Benediktiner lässt sich endgültig in Villingen nieder; 1688 Baubeginn der Kirche.

1704
Villingen wurde im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges erneut belagert, eine Übermacht von mehreren zehntausend Franzosen unter dem Marschall Tallard belagerte die Stadt, die wiederum standhielt.

1805
Villingen geht an Württemberg.

1806
Villingen geht an Baden.

1848
Die Revolution griff auf Villingen und Schwenningen über.

1873
erfolgte der Bau der Eisenbahn (Schwarzwaldbahn) von Offenburg über Villingen nach Konstanz.

1907
Zur Fünfzigjahrfeier des Gewerbevereins wurde die große Gewerbe- und Industrieausstellung veranstaltet. Auf der ehemaligen Amtmannswiese erstellte man zu diesem Zweck eigens ein Messegelände mit Vergnügungspark.

1912
Seit 1904 wurde im Gemeinderat über einen Krankenhausneubau und dessen Finanzierung nachgedacht. 1909 fiel die endgültige Entscheidung für den Bauplatz an der Herdstraße. Man stattete das Krankenhaus modern aus. Der Name lautete zunächst noch Heilig-Geist-Krankenhaus. Später wurde es in Friedrichs-Krankenhaus umbenannt.

1914-1918
197 Villinger Soldaten fallen im Ersten Weltkrieg.

1933
In der Novemberwahl zum Reichstag wählen 91 Prozent in Villingen die NSDAP, die im Deutschen Reich auf 33,1 Prozent kommt. 

1937
Mit der saarländischen Gemeinde Friedrichsthal-Bildstock schloss man eine Patenschaft ab. Sie wurde nach dem Weltkrieg wieder belebt. Es fanden und finden regelmäßige Besuche auf Vereinsebene statt.

1937
Villingen wurde offiziell der Titel „Kneippkurort“ verliehen. Im gleichen Jahr war auch die „Villinger Kur- & Bad GmbH“ gegründet worden, die den Betrieb von Kneippsanatorium „Waldeck“, Kurgarten und „Waldhotel“ gewährleisten sollte.

1938
Zerstörung des jüdischen Betsaales in der Gerberstraße 33 im Zuge des Progroms der sogen. Reichskristallnacht des 09./10. Nov. 1938. Bis 1945 wurden 9 jüdische Personen deportiert. Die meisten entgingen diesem Schicksal, indem sie auswanderten. Von 68 im Jahre 1933 lebenden Juden sind 11 nach dem 2. Weltkrieg wieder zurückgekehrt.

1939
Villingen hat 16.999 Einwohner

1940-45
Das Kriegsgefangenenlager Stalag VB war eines der drei Gefangenen-Mannschafts-Stammlager des Wehrkreises V. Von Villingen aus wurden im Zeitraum September 1941 bis Januar 1945 zwischen 20.000 und 30.000 Kriegsgefangene ‚betreut‘. In Villingen selbst waren anfangs 500, bei Kriegsende 2.000 Personen im Stammlager untergebracht. Gesamtzahl Villinger Verluste im 2. Weltkrieg: 773 Personen.

1945
Am Abend des 20. April rückten die Franzosen in die Stadt ein. Die Verhandlungen über die Übergabe fanden im Büro des bisherigen deutschen Lagerleiters im Stalag V statt.

1956
Am 01. April wurde Villingen Große Kreisstadt.

1958
Am 15. November floss erstmals Bodenseewasser in den Behälter auf der „Wanne“ Villingen und Schwenningen gehören zu den 13 Gründungsmitgliedern des Zweckverbandes Bodenseewasserversorgung.

1963
1962 reiste Hauptamtsleiter Theodor Arnold in den französischen Jura nach Pontarlier, um erste Kontakte zu knüpfen. Ab 1963 war die Partnerschaft besiegelt. Startschuss zur deutsch-französischen Freundschaft.

1971
Die Eingemeindung Obereschachs erfolgte freiwillig am 1. Dezember zur selbständigen Stadt Villingen. Die Bürgerschaft der Gemeinde hatte sich in ihrer Mehrheit dafür ausgesprochen.

1972
Stadt Villingen-Schwenningen: 11 Ortsteile

GESCHICHTE SCHWENNINGENS

817
Erste urkundliche Erwähnung von Schwenningen

1444
Schwenningen kommt zu Württemberg und wird dem Amt bzw. Oberamt Tuttlingen zugeordnet.

1525
Im Bauernkrieg griffen Villinger am 20. Juni das Dorf Schwenningen an und verbrannten es fast vollständig.

1824
Im Bereich der heutigen Salinenstraße wurde die Saline Wilhelmshall mit sechs Siedhäusern errichtet.

1830
Schwenningen erhält Marktgerechtigkeit

1842
Schwenningen kommt vom Oberamt Tuttlingen zum Oberamt Rottweil aus dem 1924 der Landkreis Rottweil hervorging.

1848
Gründung des Uhren-Gewerbe-Vereins

1858
Gründung der ersten Uhrenfabrik für tragbare Nachtwächterkontrolluhren in Schwenningen durch Johannes Bürk. Weitere Fabrikgründungen waren: 1860 Uhrenfabrik Mauthe, 1883 Schlenker & Kienzle, 1888 Schlenker-Grusen, 1890 Johann Jäckle, Metallwaren, 1902 Johannes Schlenker (ISMET), 1925 Steinel. Schwenningen nannte sich Mitte des 20. Jahrhunderts „die größte Uhrenstadt der Welt“.

1869
Eröffnung der Eisenbahnlinie Rottweil–Schwenningen–Villingen.

1885
Gründung der ersten sozialistischen Gewerkschaft.

1900
Einweihung der „Königlich Württembergische Fachschule für Feinmechanik, Elektromechanik und Uhrmacherei“, heute Staatliche Feintechnikschule mit Technischem Gymnasium

1907
Schwenningen, bisher größtes Dorf Württembergs, wird zur Stadt erhoben.

ab 1933
werden im Krematorium die KZ-Opfer aus den umliegenden KZ-Außenlagern Schömberg, Schörzingen, Dautmergen und Erzingen eingeäschert. Die Urnen befinden sich in einem Sammelgrab und in 117 Einzelgräbern auf dem Friedhof, woran Gedenksteine erinnern. Unter den Toten befanden sich auch Opfer der „Euthanasie“-Tötungsaktion T4 und ausländische Zwangsarbeiter.

1945
Am 20. April wird die Stadt nach dem Eintreffen der Franzosen kampflos übergeben.

1950
Erste Messeveranstaltung „Südwest stellt aus“

1956
Die Uhrenfabrik Kienzle fertigt die ersten batteriebetriebenen Uhren; die erste Solaruhr „Heliomat“ kommt im gleichen Jahr auf den Markt.

1970er Jahre
Durch die Einführung der Quarzuhrwerke beginnt der Niedergang der Schwenninger Uhrenindustrie.

GESCHICHTE VILLINGEN-SCHWENNINGENs – DER BADEN-WÜRTTEMBERG-STADT

1972
Im Rahmen der baden-württembergischen Gemeinde- und Kreisreform schließen sich Villingen und Schwenningen nach einem positiven Votum der Bürger zur Stadt Villingen-Schwenningen zusammen.

1976
Verleihung der Ehrenfahne des Europarats an Villingen-Schwenningen für seine Bemühungen um gute Beziehungen zu den Partnerstädten.

1985
fanden in Villingen-Schwenningen die Heimattage Baden-Württemberg statt.

1994
Villingen-Schwenningen erzielt den ersten Platz im Umweltreport des Focus als Stadt mit der höchsten Lebensqualität aller deutschen Städte mit über 80.000 Einwohnern.

2001
Villingen-Schwenningen erhält nach dreißig Jahren ein gemeinsames Stadtwappen.

Quelle: Wikipedia

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