Das letzte Jahrzehnt im Erbrecht – Ein Überblick

Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht
Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, Villingen, Radolfzell, Rottweil, Konstanz

Das letzte Jahrzehnt im Erbrecht

Was das letzte Jahrzehnt brachte – Fachanwalt Gerhard Ruby stellt die wichtigsten Änderungen im Erbrecht vor

Pflichtteil

Die Änderungen betreffen vor allem das wichtige Pflichtteilsrecht.

Kinder, die durch ein Testament von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen werden, haben ein Pflichtteilsrecht. Dieser Pflichtteil kann in krassen Ausnahmefällen entzogen werden, die in der Praxis kaum eintreten.

Unter bestimmten Umständen kann der Pflichtteil entzogen werden, die Pflichtteilsentziehungsgründe wurden hierbei vereinheitlicht, bisher wurden unterschiedliche Personen unterschiedlich behandelt. So wenn das Kind zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr ohne Bewährung verurteilt wird und es zusätzlich den Eltern nicht zuzumuten ist, deshalb das Kind am Nachlass zu beteiligen. Das hängt von der Art der Straftat ab. Auch wenn das Kind Vater oder Mutter oder den Geschwistern oder anderen nahestehenden Personen nach dem Leben trachtet, kann der Pflichtteil entzogen werden. Das gleiche gilt bei schweren Körperverletzungen oder schwerem Betrug.

Schenkungen

Die wichtigsten Änderungen gab es bei der Pflichtteilsergänzung, also dem Pflichtteil wegen Schenkungen. Geschenke, die die Eltern einem Kind zu Lebzeiten gemacht hat, werden dem Nachlass zugerechnet, sofern sie innerhalb der letzten 10 Jahre erfolgten. Früher wurden solche Schenkungen bei der Berechnung des voll berücksichtigt. Jetzt werden sie – zum Nachteil des Pflichtteilsberechtigten – „abgeschmolzen“. Der Pflichtteilsberechtigte bekommt umso weniger je länger die Schenkung zurück liegt. Für jedes volle Jahr seit der Schenkung werden 10% abgezogen. Stirbt der Erblasser z.B. 9 Jahre nach der Schenkung, bekommt ein Pflichtteilsberechtigter nur noch 10% seines früheren Pflichtteils. Das gilt aber alles nicht bei Schenkungen an den Ehegatte und bei Schenkungen unter Nießbrauchvorbehalt.

Pflegeleistungen

Neu ist auch die bessere – aber immer noch nicht ausreichende – Berücksichtigung der Pflegeleistungen von Kindern. Es gibt hier aber nach wie vor extreme Bewertungsprobleme und letztlich ist man der Entscheidung der Richter bei der Bewertung mehr oder weniger hilflos ausgeliefert. Hier sollte man die Pflegevergütung zu Lebzeiten regeln oder ein Vermächtnis für das pflegende Kind im Testament aussetzen.

Wichtig ist die Verkürzung der erbrechtlichen Verjährungsfristen von 30 auf drei Jahre. Allerdings tritt die Verjährung jetzt erst zum Jahresende ein. Wichtig ist, dass Ansprüche auf Grundstücke, z.B. aus einem Vermächtnis dabei erst in zehn Jahren. Im Einzelnen ist alles sehr kompliziert und der Laie sollte unbedingt Rat beim Fachanwalt für Erbrecht einholen.

Zur Person

Gerhard Ruby feiert 2020 seinen 60. Geburtstag. Seine Anwaltsstationen führten in über Heidelberg, Erfurt und Offenburg nach Villingen-Schwenningen, wo er seit 1994 als auf Erbrecht spezialisierter Anwalt tätig ist. Bereits als 39jähriger wurde Ruby vom Münchener Nachrichtenmagazin als einer der besten Erbrechtler Deuschlands „entdeckt“. Bis heute folgten zahlreiche weitere Auszeichnungen von Focus und Wirtschaftswoche als Top-Anwalt und eine der 25 besten deutschen Kanzleien für Erbrecht. Ruby ist Autor bzw. Mitautor erbrechtlicher Fachbücher und arbeitet gerade an einem großen Praxislehrbuch im Landwirtschaftserbrecht und Erbschaftsteuerrecht.

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Rottweil – Villingen – Radolfzell – Konstanz. Wir machen nur Erbrecht. Wir helfen Ihnen. Tel.: 07721 9930505

Sie erreichen RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht unter 07721 9930505
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