Deutsche vererben bis 2020 mit 2,6 Billionen Euro ein Viertel ihres Vermögens

Deutsche vererben bis 2020 mit 2,6 Billionen Euro ein Viertel ihres Vermögens. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat in einer Presseinformation mitgeteilt, dass die Deutschen bis zum Jahr 2020 2,6 Billionen (27 Prozent) des rund 9,4 Billionen Euro umfassenden Vermögensbestandes der privaten Haushalte vererben werden. So das Ergebnis der Studie „Erben in Deutschland bis 2020 – Volumen, Verteilung und Verwendung, die am 15. Juni 2011 veröffentlicht wurde. .

Wegen der ungleichen Verteilung – so die neueste DIA-Studie – wird die eigene Vermögensbildung und Altersvorsorge für die meisten Erben unerlässlich bleiben: Denn das Gros der Erben erhält wenig, wenige Erben erhalten viel.

Die Wirtschaftswunderkinder der Nachkriegszeit konnten eine ungestörte Vermögensbildung betreiben. Deshalb steigt das Erbschaftsvolumen bis 2020 um 20 Prozent verglichen mit dem Zeitraum 2001 bis 2010: Die künftigen Erblasser, die heute über 70-jährigen (12,4 Millionen) werden in diesem Jahrzehnt in voraussichtlich 5,7 Millionen Erbfällen insgesamt 2.6 Billionen Euro übertragen.

Ein Zehntel der Erbschaften machen Sachwerte aus, jeweils die Hälfte etwa Immobilien (47 Prozent) und Geldvermögen (43 Prozent). „Es ist die einkommensstärkste und vermögendste Erbengeneration, die Deutschland je gesehen hat“, konstatiert Reiner Braun, der Autor der Studie.

Die Hinterlassenschaft wird im Durchschnitt pro Erblasser 305 Tausend Euro, pro Erben rund 153 Tausend Euro betragen. Dahinter verbirgt sich jedoch eine große Bandbreite. Insbesondere erbt das einkommensstärkste Drittel aller Erben erheblich mehr als die Masse der Erben, die nur zwischen 2.000 und 4.000 Euro netto verdient. Noch schlechter sieht es für die Geringverdiener (20 Prozent) aus: Sie können eine fehlende Altersvorsorge keinesfalls durch Erbschaften kompensieren.

Das wird in Zukunft für mehr Erben gelten. Denn Erblasser und Erben werden immer älter. D.h.: Die Erblasser brauchen größere Anteile ihres Vermögens selbst auf, weil sie länger leben und konsumfreudiger sind. Die Krankheitskosten werden steigen und im hohen Alter werden mehr Pflegeleistungen in Anspruch genommen. In Zukunft wird das Erbschaftsvolumen also schrumpfen; gleichzeitig verfügen die Erben über ein größeres eigenes Vermögen, da sie länger erwerbstätig sind, bis der Erbfall eintritt. So wird auch die Bedeutung der Erbschaft für die eigene Vermögensposition zurückgehen.

“Das A und O für die Höhe der Hinterlassenschaft ist: Wird eine Immobilie vererbt oder nicht“, erläutert Braun. „Und dies nicht nur, weil die Immobilie Teil des Erbes ist, sondern auch weil Immobilienbesitzer, selbst bei gleichem Einkommen, im Laufe des Lebens mehr Geld ansparen als Mieter.“

Bei Immobilien gibt es gravierende Ost-West-Unterschiede. Aus historischen Gründen fallen die Vermögen der ostdeutschen Haushalte deutlich kleiner aus als im früheren Bundesgebiet. Dies gilt vor allem beim Immobilienvermögen. Im Osten werden in weniger als jedem dritten generationenübergreifenden Erbfall bis 2020 auch Immobilien vererbt, im Westen dagegen in mehr als der Hälfte. Hinzukommt, dass die Verkehrswerte der vererbten Immobilien in den neuen Bundesländern nur zu 23 Prozent bei 150.000 Euro und mehr liegen, in den alten Bundesländern zu 60 Prozent.

Beim Geldvermögen sind die Unterschiede geringer. Das Gros der Gelderbschaften liegt bundesweit bei weniger als 25.000 Euro. Mehr als 50.000 Euro erwarten im Westen jeden vierten Erben, im Osten jeden fünften.

Die Erbschaften sind meist Sicherheitspuffer, denn 55 Prozent der aktuell Befragten möchten die Erbschaft erhalten. Fast genauso viele werden sie jedoch nutzen, um eigene Wünsche zu verwirklichen oder ihre Altersvorsorge zu sichern. „Bei jedem Erben hat die Erbschaft Folgen für das Konsumverhalten“, betont Braun. „Sie wird fast immer als Sicherheitspuffer eingesetzt und eigene Sparanstrengungen werden zurückgefahren.“

Immobilienerbschaften werden zum größten Teil bewahrt, nur 28 Prozent veräußert.

Gelderbschaften werden hingegen zu 61 Prozent umgeschichtet, anders angelegt oder konsumiert. Mit zunehmender Gelderbschaft steigt auch die Neigung zum Immobilienkauf, um den Vermögenswert zu erhalten.

„Sparen aus dem eigenen Einkommen wird für die Meisten durch Erbschaften nicht obsolet“, fasst DIA-Sprecher Bernd Katzenstein die Untersuchungsergebnisse zusammen. Die, die selbst schon viel haben, erben auch am meisten. Diejenigen aber, die es dringend bräuchten, um ihre fehlende Altersvorsorge zu kompensieren, erben am wenigsten. „Eigene Vorsorge bleibt also Pflicht.“

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