Erbrecht: Die fünf wichtigsten Grundsätze

Fachanwalt für Erbrecht Gerhard Ruby, Villingen-Schwenningen, erklärt das Wichtigste im Erbrecht

Das Wichtigste im Erbrecht

Es gibt fünf Grundsätze, die man immer beherzigen muss, wenn man das Erbrecht des deutschen BGB verstehen will.

Privaterbfolge

Der Grundsatz der Privaterbfolge besagt, dass das Eigentum des Erblassers nach dessen Tod wiederum in private Hände gelangt. Zuerst kommen die testamentarischen Erben. Gibt es solche nicht kommen die gesetzlichen Erben. Gesetzliche Erben sind die Verwandten des Erblassers und seien sie noch so entfernt verwandt. Erst ganz zum Schluss erbt der Staat. Der Staat will eigentlich gar nicht erben. Er ist eher eine Art Hilfs- oder Auffangerbe für den Fall, dass kein privater Erbe vorhanden ist. Ordnung muss sein und irgendjemand muss für den Nachlass zuständig sein. Dem Staat kommt als Hilfserbe eine Ordnungsfunktion zu. Herrenlose Nachlässe sollen in deutschen Landen verhindert werden. Es geht dem deutschen Staat nicht darum, am Erbe finanziell zu partizipieren.

Verwandtenerbrecht

Neben dem Ehegatten erben bei der gesetzlichen Erbfolge die Blutsverwandten.

„Das Gut rinnt wie das Blut“.

Testierfreiheit

Der Grundsatz der Testierfreiheit gibt dem Erblasser zunächst einmal die Möglichkeit frei über seinen Nachlass zu verfügen. Er kann bestimmen, wer Erbe werden soll. Das Erbe gehört nicht zwingend an seine Verwandten. Die Testierfreiheit wird aber durch das Pflichtteilsrecht der nächsten Verwandten (Ehegatte, Kinder, Eltern) begrenzt. Den Pflichtteilsberechtigten können bis zu 50 Prozent des Nachlasswerts als Pflichtteil zustehen. Höhe kann die Pflichtteilsquote nie sein.

Vonselbsterwerb

Der Grundsatz des Vonselbsterwerbs beschreibt, wie der Nachlass mit dem Tod des Erblassers auf die Erben übergeht, nämlich von selbst, automatisch. Der Nachlass fällt dem Erben mit dem Tod des Erblassers an, heißt es im Gesetz. Das Erbe muss nicht – wie in anderen Ländern – von den Erben angetreten werden. Sie erben ohne es vielleicht zu wissen, ja vielleicht sogar gegen ihren Willen. In der Sekunde des Todes treten sie in die Fußstapfen des Erblassers. Das Erbe wird wie durch Zauberhand erworben. Will man es loswerden  muss man es ausschlagen

Gesamtrechtsnachfolge

Der Grundsatz der Gesamtrechtsnachfolge besagt, dass das Vermögen des Erblassers „als Ganzes“ auf den / die Erben übergeht. Es gehen also nicht die Grundstücke, das Auto, das Guthaben auf dem Girokonto je einzeln auf den Erben über, sondern insgesamt. Der Nachlass bildet eine Einheit. Die einzelnen Nachlassgegenstände werden als einheitliche Erbmasse angesehen. Die Bestandteile einer Schwarzwälder Kirschtorte wie Mehl, Zucker, Salz, Butter, Kirschen, Kirschwasser,  Sahne und so weiter werden als ganze Schwarzwälder Kirschtorte vererbt und nicht als einzelne Zutaten und auch nicht als einzelne Kuchenstücke. Die Torte steht vielmehr auf einer Tortenplatte mit Henkeln dran. Die Henkel sind die Erbteile. Die Haube verhindert den Zugriff eines einzelnen alleine auf die Kirschtorte.

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