Ertragswert, vereinfachter (Unternehmensbewertung)

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[ 07.09.2013 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Kann man den Wert eines Unrternehmens nicht aus Verkäufen ableiten, die im Jahr vor dem Erbfall oder Schenkungszeitpunkt erfolgten, richtet sich der Unternehmenswert grundsätzlich nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren der §§ 199 bis 203 BewG (Unternehmenswert = Jahresertrag x Kapitalisierungsfaktor).

Dieses vereinfachte Ertragswertverahren wird allerdings oft zu Überbewertungen führen, weil der Kapitalisierungsfaktor, mit dem der Jahresertrag multipliziert ist, zu hoch ist. Man kann den somit meist zu hohen Wert nach dem BewG durch ein Ertragswertgutachten widerlegen, zum Beispiel nach dem sogenannen Unternehmensbewertungsstandard IDW S1 des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW).

Im Rahmen des vereinfachten Ertraswertverfahrens wird der Jahresertrag mit einem Kapitalisierungsfaktor multipliziert. Der Kapitalisierungsfaktor wird ermittelt aus einem Risikozuschlag von 4,5 %, zu dem man den aktuellen Basiszinssatz, der sich für 2013 auf 2,04 beläuft, addiert. Die Summe von 6,54 Prozent wird als Nennen eines Bruchs genommen, in dem der Zähler 100 beträgt. Das Ergebnis aus 100 / 6,54 ergibt den derzeitigen Kapitalisierungsfaktor von 15,29051987

Bei einem Jahresertrag von 100.000 ergibt sich somit ein Unternehmenswert von 152.905,20 Euro.

Der Basiszinssatz wird aus der langfristig erzielbaren Rendite öffentlicher Anleihen abgeleitet und von der Deutschen Bundesbank anhand der Zinsstrukturdaten jeweils zum ersten Börsentag des Jahres ermittelt und vom Bundesministerium der Finanzen veröffentlicht.

Der Basiszinssatz für das vereinfachte Ertragswertverfahren wurde für die Vorjahre wie folgt festgelegt:

2013:          2.04 Prozent

2012:          2,44 Prozent

2011:          3,43 Prozent

2010:          3,98 Prozent

2009:          3,61 Prozent

2008:          4,58 Prozent

2007:          4,02 Prozent

 

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