Gerhard Ruby im Portrait

Birgit Heinig vom Schwarzwälder Boten hat Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, protratiert. Hier der Link und der Bericht:

Sein Gespür ist Teil seines Erfolgs

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.villingen-schwenningen-sein-gespuer-ist-teil-seines-erfolgs.09dcbfb8-8251-495d-8ed2-bb3c4e630061.html

Er gehört seit fast 20 Jahren zu den Besten seines Fachs. Er ist der Erfinder der Erbrechtstage, die inzwischen überall in Deutschland kopiert werden. Und Gerhard Ruby findet, dass „Villingen für mich ein Glücksfall war“. – 3.11.2019

VS-Villingen. Der Fachanwalt für Erbrecht mit Kanzleien in Villingen, Rottweil, Radolfzell, Konstanz und Stuttgart kann sich noch sehr gut daran erinnern, dass Juristenkollegen ihn belächelten, als er sich auf das Erbrecht spezialisierte. Seine Karriere ging durch die Decke, als der „Focus“ ihn 2000 zum Top-Anwalt für Erbrecht kürte. Die Mandanten rannten ihm die Türen ein, er leistete täglich sechs Beratungen, „ich bin fast durchgedreht“, erinnert sich der 59-Jährige.

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Villingen-Schwenningen – Rottweil – Radolfzell. Wir machen nur Erbrecht. Wir helfen Ihnen. Überall in Deutschland. Tel. 07721 9930505

Nachfrage lässt nicht nach

Viel zu tun hat er nach wie vor – 1500 neue Fälle landen pro Jahr auf dem Kanzleitisch – und die Nachfrage lässt nicht nach. Jedes Jahr ist er im Focus-Ranking zu finden. Die Erbrechtswelle habe 1994 begonnen, sinniert er. Nach seinen Berechnungen bricht sie sich erst im Jahr 2027, wenn die „Aufbaugeneration“ nicht mehr da ist. Er genieße inzwischen zwar „die Gelassenheit des Alters“, dennoch mache ihm seine Arbeit nach wie vor einen „Heidenspaß“. Wie sehr, das spürt man, wenn Gerhard Ruby davon erzählt. In viele Familien habe er schon hineinschauen dürfen. Eigentlich sei es ja schade, dass seine Arbeit so sehr benötigt werde und dass er „juristisch Familienneurosen repariert“.

Spiegelbild der Gesellschaft

Enterbte oder sich ungerecht behandelt fühlende Kinder, Streit unter Geschwistern und verbliebenen Elternteilen – der Erbfall sei ein Spiegelbild der Gesellschaft, findet Gerhard Ruby. Häufig treffe er auf „materiell gut versorgte aber emotional verwaiste“ Menschen. Eine Ursache dafür glaubt er zu kennen: „Es geschieht einfach zu wenig Gemeinsamkeit“. Doch es gibt auch die „gesunden Familien“, die im Vorfeld eines Todesfalles alles geregelt haben und die im Einvernehmen vererben und erben. Das Erbrecht habe die Ästhetik eines Schachspiels, sagt Ruby. Mit festen Regeln, die zu 80 Prozent schon im Römischen Recht aufgestellt wurden, weil sie sich in Hunderten von Jahren bewährten. Doch neben Recht und Gesetz spielt beim Vererben und Erben immer auch Psychologie eine Rolle. Das Erbrecht sei wie ein Koffer voller Instrumente, die es zum Problem passend einzusetzen gelte. „Ich höre schon am Tonfall meiner Mandanten, was sie bewegt. Ich bin ein Seismograph für Familienprobleme“. Sein Gespür ist Teil seines Erfolges als Erbrechtler und er führt das unter anderem darauf zurück, dass er einmal Pfarrer werden wollte. Gerhard Ruby hat in Mönchzell, einen Dorf in der Nähe von Heidelberg, mit drei Geschwistern, einer „Löwen mutter und einem klugen Vater“ in ärmlichen Verhältnissen die erste Hälfte seines bisherigen Lebens verbracht. Er war Ministrant, Jugendwart der Feuerwehr, Dirigent beim Musikverein, Ortschaftsrat und freier Journalist für das Heidelberger Tageblatt. Zunächst wollte er daher auch Redakteur werden, doch der Mannheimer Morgen schluckte „seine“ Zeitung. Er studierte in Heidelberg Germanistik und Geschichte für das Lehramt, merkte aber bald, dass das nicht das war, was er wirklich wollte. Er brach ab, schrieb wieder als freier Journalist und entdeckte dabei sein Interesse für Verwaltungsrecht.

Er will Anwalt werden

1984 begann er mit dem Jurastudium, das er sich mit Messebau in ganz Europa finanzierte und mit Ach und Krach hinter sich brachte. Sein Referendariat als angehender Jurist führte ihn an das Amtsgericht Adelsheim. Dort blühte der Jurastudent Gerhard Ruby so auf, dass man ihn dabehalten wollte, doch sein Entschluss stand fest: Er wollte Anwalt werden. Gleich nach der Wende erhielt er die Chance, in Erfurt eine Kanzlei aufzubauen. 1994 brach er dort seine Zelte aber wieder ab und zog – der Liebe wegen – nach Villingen, in die Diaspora. Dass er trotz baldiger Trennung doch hier blieb, ist dem Musikverein Mönchweiler zu verdanken, dessen Vorsitz er übernahm und als Tenorhornist das Orchester bereicherte. Zudem gründete Gerhard Ruby die „Schwarzwald-Schlawiner“, die in diesem Jahr ihr 25-Jähriges feiern. Inzwischen gehört er auch den Schwenninger Stadtmusikanten an und singt gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin bei „Get Gospel“. Seit eineinhalb Jahren dirigiert er außerdem noch das Orchester des Musikvereins Hochemmingen.

Immer auch Sportler

Gerhard Ruby war immer auch Sportler: Fußballer, Skifahrer, Tischtennisspieler und Leichtathlet. Während seines Studiums lief er morgens, mittags und abends. „Heute gehe ich eher spazieren, wie es sich für ältere Herren geziemt“, witzelt er. Gerhard Ruby ist mehrfacher Fachautor, arbeitet gerade an einem Buch über Landwirtschaftserbrecht und er gründete die Erbrechtsakademie Baden-Württemberg. In deren Rahmen wird am Standort Villingen jeden Monat im Münsterzen trum ein Vortrag gehalten. Am Dienstag, 5. November, 19.30 Uhr, ist es wieder soweit. Das Thema: „Im Ernstfall alles geregelt.

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