Grundbuch: Kostenlos umschreiben im Erbfall

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht.

Grundbuch wird mit Tod unrichtig

Mit dem Erbfall, d.h. dem Tod des bisherigen Grundstückeigentümers, werden die Erben zu neuen Eigentümern des Grundstücks. Im Grundbuch ist aber immer noch der Verstorbene eingetragen. Das Grundbuch ist jetzt unrichtig. Damit das Grundbuch wieder richtig wird, bedarf es eines Berichtigungsantrages.

Normalerweise fällt für die Eintragung von Änderungen im Grundbuch eine Gebühr nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz an. Ihre Höhe richtet sich nach dem Wert des Grundstücks. Diese Gebühr wird nicht erhoben, wenn die Erben des Verstorbenen innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall den Änderungsantrag beim Grundbuchamt einreichen.

Abschnitt 1
Grundbuchsachen Unterabschnitt 1
Eigentum 14110 Eintragung
  • 1.eines Eigentümers oder von Miteigentümern oder
  • 2.von Gesellschaftern einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts im Wege der Grundbuchberichtigung ...............
1,0 (1) Die Gebühr wird nicht für die Eintragung von Erben des eingetragenen Eigentümers oder von Erben des Gesellschafters bürgerlichen Rechts erhoben, wenn der Eintragungsantrag binnen zwei Jahren seit dem Erbfall bei dem Grundbuchamt eingereicht wird. Dies gilt auch, wenn die Erben erst infolge einer Erbauseinandersetzung eingetragen werden.
(2) Die Gebühr wird ferner nicht bei der Begründung oder Aufhebung von Wohnungs- oder Teileigentum erhoben, wenn damit keine weitergehende Veränderung der Eigentumsverhältnisse verbunden ist.

Erbschein oder nicht?

Für die Umschreibung ist der Nachweis der Erbenstellung notwendig. Dieser Nachweis erfolgt durch einen Erbschein, der natürlich Geld kostet. Darum kommt man nicht herum.

Ein Erbschein ist oft dann nicht erforderlich, wenn die Erben ihre Erbenstellung, durch eine öffentliche Urkunde nachweisen können, nämlich durch ein notarielles Testament zusammen mit dem Eröffnungsprotokoll (§ 35 GBO). Ergeben sich aus dem notariellen Testament die Erben zweifelsfrei, ist die Grundbuchberichtigung für die Erben kostenlos. Das ist aber trotz notariellem Testament bei einer sogenannten Pflichtteilsstrafklausel nicht der Fall. Aus dem Testament ergibt sich ja nicht, ob ein Kind seinen Pflichtteil geltend gemacht und damit seine Erbenstellung verlogen hat.

 

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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