Härteausgleich

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[ 30.10.2010 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Dass in der Erbschaftsteuer ein Härteausgleich Sinn macht, zeigt folgendes

Beispiel: Der Vater schenkt seinem Sohn und seiner Tochter jeweils ein Haus. Alle Beteiligten betrachten die Häuser als gleichwertig. Das Finanzamt ermittelt aber (korrekt) unterschiedliche Steuerwerte für die Immobilien. Die Tochter ein Haus im Wert von 475.000 Euro und seinem Sohn ein Haus im Wert von 476.000 Euro geschenkt erhalten.

Für die Tochter berechnet sich die Schenkungsteuer wie folgt:
Wert  475.000
abzgl. Freibetrag  ./. 400.000
steuerpflichtiger Erwerb 75.000 Euro
x Steuersatz 7 %
= 5.250 Euro Schenkungsteuer

Beim Sohn müsste man eigentlich folgendermaßen rechnen:
Wert  476.000
abzgl. Freibetrag  ./. 400.000
steuerpflichtiger Erwerb 76.000 Euro
x Steuersatz 11 %
= 8.360 Euro Schenkungsteuer

Es kann nicht richtig sein, dass der Sohn, der nur 1000 Euro mehr erwirbt dafür 3.110 Euro mehr an Schenkungsteuer zahlen muss. Daher sieht das Gesetz in § 19 Abs. 3 ErbStG einen sog. Härteausgleich vor.

§ 19 ErbStG Steuersätze
(3) Der Unterschied zwischen der Steuer, die sich bei Anwendung des Absatzes 1 ergibt, und der Steuer, die sich berechnen würde, wenn der Erwerb die letztvorhergehende Wertgrenze nicht überstiegen hätte, wird nur insoweit erhoben, als er

a) bei einem Steuersatz bis zu 30 Prozent aus der Hälfte

b) bei einem Steuersatz über 30 Prozent aus drei Vierteln

des die Wertgrenze übersteigenden Betrages gedeckt werden kann.

Das bedeutet für die Schenkung an den Sohn:

Steuer bis zur Wertgrenze 75.000 Euro = 5.250 Euro
zzgl. die Hälfte des die Wertgrenze
von 75.000 Euro übersteigenden Be-
trages von 1000 Euro = + 500 Euro
ergibt eine Erbschaftsteuer von 5.750 Euro statt 8.360 Euro

 

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