Italien

Druckansicht öffnen 

[ 27.10.2010 ]

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Viele Deutsche haben Immobilienbesitz in Italien. Die Erbschaft- und Schenkungsbesteuerung in Italien ist unkompliziert. Auch nach Wiedereinführung der Erbschaft- und Schenkungsteuer im Oktober 2006 hat Italien im Unterschied zu Deutschland steuerparadiesische Verhältnisse, wenn es um die Erbschaft- und Schenkungsteuer geht. Schon der Freibetrag für den Ehegatten und die Kinder beträgt 1 Million Euro.

1. Kauf nach italienischem Recht
In Italien ist der Imobilienerwerb durch Ausländer grundsätzlich ohen Einschränkungen möglich.

Der Immobilienkauf erfolgt in der Regel in zwei Stunfen: Auf der ersten Stufe wird ein Vorvertrag geschlossen, in dem schon die wesentlichen Vertragsmodalitäten geregelt sind.

Erst auf der zweiten Stufe geht man zum Notar. Bereits mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages wird der Käufer Eigentümer der Immobilie.

In Italien ist es zwar rechtlich möglich, den Grundstückskaufvertrag ohne Notar wirksam abzuschließen, also durch bloß schriftlichen Vertrag. Aber man kommt ohne notarielle Beglaubigung nicht in das italienische Grundbuch (dem Immobilienregister), so dass man unbedingt einen Notar einschalten sollte.

2. Vererbung nach deutschem Recht
Die Immobilie eines Deutschen in Italien wird nach deutschem Recht vererbt. In Italien werden auch Testamente, die nach deutschem Recht wirksam errichtet sind, anerkannt. Obwohl man nach deutschem Recht das Erbe automatisch von selbst erwirbt, ist in Italien eine Erbschaftsannahme erforderlich. Sie muss durch öffentlich beglaubigte Urkunde nachgewiesen werden. Besonderheiten sind Südtirol und Venezien zu beachten, wo man noch das frühere österreichische Erbschaftsverfahren kennt.

3. Einkommensteuer
Wer in Italien ein Ferienhaus hat, muss möglicherweise Einkommensteuer zahlen. Auch wenn er das Ferienhaus selbst nutzt. Die Steuer bemisst sich nach dem Katasterertragswert, der unter dem Verkehrswert liegt. Es gibt einen Freibetrag von 500 Euro. Die Steuererklärung muss man selbst abgeben, ansonsten wird man mit Strafsteuern belegt.

4. Italienische Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer wurde in Italien am 3.10.2006 wieder eingeführt. Sie spielt aber meist keine Rolle, denn Ehegatten und Kinder haben einen Freibetrag von einer Million Euro. Was darüber liegt wird nur mit vier Prozent Steuern belegt.

Andere Verwandte, wie zum Beispiel Geschwister (mit einem Freibetrag von 100.000 Euro) oder Neffen und Nichten, haben  sechs Prozent Erbschaft- oder Schenkungsteuer zu zahlen. Alle anderen, also insbesondere auch ein Lebensgefährte, zahlen acht Prozent.

5. Anrechnung auf deutsche Erbschaftsteuer
Der deutsche Fiskus will auch für die in Italien belgene Immobilie Erbschaftsteuer. Sie wird so berechnet als läge die Immobilie in Deutschland, also nach dem gemeinen Wert. Eine etwas in Italien gezahlte Erbschaftsteuer wird zugunsten des Steuerpflichtigen auf die deutsche Erbschaftsteuer angerechnet.

6. Italienische Hypothekarsteuer und Katastersteuer
Allerdings fallen in Italien bei der Vererbung einer Familienimmobilie eine „Hypothekarsteuer“ von zwei Prozent und eine „Katastersteuer“ von einem Prozent des Katasterwerts der Immobilie an. Beide können auf die deutsche Erbschaftsteuer nicht angerechnet werden.

7. Italienisches Erbschaftsteuerverfahren
Die Erbschaftsteuererklärung ist von den Erben binnen zwölf Monaten abzugeben. Der italienische Fiskus hat dann drei Jahre Zeit, um die Steuer festzusetzen. Die Zahlung hat dann innerhalb von 60 Tagen nach Erhalt des Steuerbescheides zu erfolgen.

 

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü