Kassiert der Staat vom ersten Euro an Erbschaftsteuer?

Kassiert der Staat vom ersten Euro an Erbschaftsteuer? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Kassiert der Staat vom ersten Euro an Erbschaftsteuer?

Nein, hier gibt es für Erben Freibeträge. Erst wenn die Erbschaft diesen Freibetrag überschreitet, muss vom Erben Erbschaftsteuer gezahlt werden.

Erben werden zunächst in Steuerklassen unterteilt:

  • Ehegatten, Kinder und Enkel gehören zum Beispiel der Steuerklasse I an
  • Geschwister, Nichten und Neffen, sowie geschiedene Ehegatten der Steuerklasse II
  • alle anderen, auch nichteheliche Lebensgefährten der Steuerklasse III
Vorsicht: Eltern gehören bei der Erbschaftsteuer zu Steuerklasse I, bei einer Schenkung hingegen zur Steuerklasse II

Die persönlichen Freibeträge (Achtung: ab hier alter Rechtsstand bis 1.1.2009) wurden auf 307.000 Euro für Ehegatten, 205.000 Euro für jedes Kind nach jedem Elternteil (pro Kind also 410.000 Euro nach Vater und Mutter), und für alle anderen in der Steuerklasse I auf 51.200 festgelegt (z.B. Enkel oder Eltern beim Todesfall). Zu beachten ist, dass der Ehegatte noch einen Versorgungsfreibetrag bis zu 256.000 Euro haben kann und der gedachte Zugewinnausgleich immer steuerfrei ist. Auch den Kindern kann (je nach Alter bis 27 Jahre) ein zusätzlicher Versorgungsfreibetrag bis 52.000 Euro zustehen.

Die Erbschaftsteuer bemisst sich dann nach dem vererbten Vermögenswert.

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