Lateinisches im (Erb-)Recht

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Villingen-Schwenningen

Lateinisches im (Erb-)Recht

argumentum a  contrario = Gegenschluss, Umkehrschluss ist eine juristische Methode zur Auslegung einer Rechtsnorm; der Gegenschluss wird in der Regel mit Hilfe der logischen Gegenposition aus einer Rechtsnorm gezogen.
Hierzu Planck, BGB AT, 1. Aufl., S. 21, nachdem er ausführt, dass das BGB für jede Rechtsmaterie das beherrschende Prinzip „aufsucht“ und dasselbe in allgemein gehaltenen Rechtssätzen „ausprägt“: „Dem praktischen Bedürfnisse wird ferner dadurch Rechnung getragen, dass das BGB sich bisweilen nicht auf die Aufstellung des prinzipiellen Rechtssatzes beschränkt, sondern da, wo es sich um eine praktisch besonders wichtige Konsequenz des prinzipiellen Rechtssatzes handelt oder wo es zweifelhaft sein kann, welche Konsequenzen aus dem allgemeinen Rechtssatze zu ziehen sind, hierüber eine ausdrücklich Vorschrift gibt. So lässt sich z.B. die Vorschrift des § 154 Abs. 2, nach welcher, wenn eine Beurkundung des beabsichtigten Vertrages verabredet worden ist, im Zweifel der Vertrag als nicht geschlossen angesehen werden soll, bis die Beurkundung erfolgt ist, bei richtigem Verständnisse des § 125 Satz 2, nach welchem der Mangel der durch Rechtsgeschäft bestimmten Form im Zweifel die Nichtigkeit zur Folge hat, aus dieser Vorschrift ableiten. Aus Gründen praktischer Zweckmäßigkeit ist trotzdem der § 154 Abs. 2 aufgenommen. Mit Rücksicht auf manche ähnliche Fälle darf bei der Auslegung von dem argumentum a contrario nur mit Vorsicht Gebrauch gemacht werden. 

gabella hereditaria = Abschoß = detractus realis = Recht des Landesherrn auf einen Anteil am beweglichen Nachlass eines Ausländers

ius albinagii = droit d’aubaine = Fremdlingsrecht = Im früheren Mittelalter fiel der Nachlass eines im Inland verstorbenen Fremden bzw. Ausländers an den Landesherrn (aufgehoben durch die lex Romana Friedrichs II. von 1220; Authentica „Omnes peregrini“)

communis opinio = herrschende Lehrmeinung nach dem aktuellen Stand der Forschung

Stat pro ratione voluntas = An der Stelle der Vernunft steht der Wille (bei der Testierfreiheit ist allein der Wille des Erblassers entscheidend: Freiheit zur Unvernunft)

usus fori = „Gerichtsgebrauch“ im Sinne von Rechtsprechung

usus modernus = Umbildung des in Deutschland seit dem 12. Jh. „rezipierten“ römischen Rechts im 17. und 18. Jh. in den deutschen Ländern zur Anpassung an die deutschen Verhältnisse

„Heredis fletus sub persona risus est.“   Zu deutsch:“Das Weinen des Erben ist unter der Maske ein Lachen“.

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