Nacherbfall: In der Regel geht die Erbschaft mit dem Tod des Vorerben auf den Nacherben über

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht in Rottweil.

Nacherbfall ist ein Begriff aus dem Recht der Vor- und Nacherbschaft. Nach dem Tod des Erblassers wird jemand Vorerbe und nach dem Nacherbfall eine andere Person Nacherbe des Erblassers. Der Nacherbfall ist das Ereignis (z.B. Wiederheirat des Ehegatten-Vorerben) bzw. der Zeitpunkt (z.B. Volljährigkeit des Vorerben), in dem Nacherbfolge eintritt, d.h. die Vorerbschaft endet und der Nachlass auf den Nacherben übergeht. Beim Nacherbfall wird der Erblasser unmittelbar ein zweites Mal beerbt, nämlich vom Nacherben, nachdem der Erblasser zuvor schon einmal vom Vorerben beerbt wurde. Der Erblasser kann den Zeitpunkt des Nacherbfalls selbst bestimmen (z.B. Wiederverheiratung der Ehefrau als Vorerbin). Bestimmt der Erblasser das zum Nacherbfall führende Ereignis nicht, so ist Nacherbfall nach gesetzlicher Regelung der Tod des Vorerben.

§ 2106 BGB Eintritt der Nacherbfolge
 (1) Hat der Erblasser einen Nacherben eingesetzt, ohne den Zeitpunkt oder das Ereignis zu bestimmen, mit dem die Nacherbfolge eintreten soll, so fällt die Erbschaft dem Nacherben mit dem Tode des Vorerben an.
(2) …

Durch den Nacherbfall ist der dem Vorerben erteilte Erbschein, der ihn als Vorerben ausweist unrichtig geworden und  vom Nachlassgericht von Amts wegen einzuziehen. Der Nacherbe erhält einen Erbschein, der ihn als endgültigen Erben nach dem Erblasser ausweist.

Auch das Grundbuch ist unrichtig geworden. Der Nacherbe hat dem Grundbuchamt seinen Erbschein vorzulegen und die Berichtigung des Grundbuchs zu beantragen.

Für Zwecke der Erbschaftsteuer werden zwei Besteuerungsfälle angenommen. Der Übergang vom Erblasser auf den Vorerben wird voll besteuert, obwohl der Vorerbe nur Erbe auf Zeit ist. Der Nacherbfall wird grundsätzlich so besteuert, als würde die Nacherbschaft vom Vorerben geerbt. Auf Antrag kann aber das Verhältnis zum eigentlichen Erblasser der Besteuerung zugrunde gelegt werden.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü