Erbschein: Nachlassgericht muss ermitteln

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Im Erbscheinverfahren hat das Nachlassgericht den Sachverhalt aufzuklären. Das Nachlassgericht muss so lange ermitteln, bis von weiteren Ermittlungen nicht mehr zu erwarten ist, dass sie das Ergebnis beeinflussen. Bloß theoretischen Möglichkeiten muss das Nachlassgericht aber nicht nachgehen. Das Nachlassgericht muss also nicht in jede denkbare Richtung ermitteln. Die am Erbscheinsverfahren Beteiligten müssen daher dem Nachlassgericht Informationen liefern, die als Ausgangspunkt für seine Ermittlungen dienen. Wann liegen solche Anhaltspunkte beispielsweise vor?

  • Weichen die Unterschrift auf dem Testamenten und die Unterschrift auf einer Vorsorgevollmacht deutlich erkennbar voneinander ab, muss ein Sachverständigengutachten eingeholt werden. Dabei dürfen dem Sachverständigen nur Vergleichsproben zur Verfügung gestellt werden, deren Authentizität gesichert ist. Diese Sicherheit kann zum Beispiel durch die Vernehmung von Zeugen gewonnen werden.
  • Auch Sachverständigengutachten müssen vom Nachlassgericht besonders gewürdigt werden. Bei Zweifeln müssen weitere Ermittlungen angestellt werden. Sachverständigengutachten dürfen vom Nachlassgericht nicht einfach unkritisch übernommen werden.
  • Das Nachlassgericht darf nicht außer Acht lassen, dass ein Notar die Beurkundung einer Vorsorgevollmacht abgelehnt hat. Hier besteht der Verdacht, dass eine Geschäftsunfähigkeit vorgelegen haben könnte.

Für Experten: OLG Karlsruhe, Beschluss vom 10.06.2015, Az.: 11 Wx 33/15

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü