Nießbraucher oder Eigentümer? Wer zahlt was?

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Fachanwalt für Erbrecht Gerhard Ruby, Villingen, Rottweil, Radolfzell, Konstanz

Oft stellt sich beim Nießbrauch die Frage: Eigentümer oder Nießbraucher – Wer zahlt was?

Im Vertrag nachsehen

Oft gibt es Streit zwischen Eigentümer und Nießbraucher. So streiten sich zum Beispiel Sohn und Eltern, wer welche Kosten zu zahlen hat. Zunächst sollte man im Übergabevertrag nachschauen. Ist dort geregelt, wer was zu zahlen hat, ist der Vertrag maßgebend.

Im Gesetz nachsehen

Fehlt eine vertragliche Regelung, hilft das Gesetz. Danach trägt der Nießbraucher / Wohnungsberechtigte nur die gewöhnlichen Unterhaltungskosten. Außergewöhnliche Unterhaltungskosten hat der Eigentümer zu tragen.

Gewöhnliche Unterhaltungskosten, die der Nießbraucher/Wohnungsberechtigte zu tragen hat sind

  • Kleinere Reparaturen. Schulbeispiel: Ein einziger Dachziegel ist defekt.
  • Schönheitsreparaturen
  • Stromkosten
  • Müllabfuhr
  • Heizung
  • Kanalgebühren
  • Wasser
  • Schornsteinfeger
  • Heizung
  • Brandversicherung für das Gebäude
  • Grundsteuer
  • Beiträge zur Landwirtschaftskammer (bei Hof)
  • Beiträge zur Berufsgenossenschaft (bei Unternehmen)
  • Zinsanteil bei Grundschuld

Vom Eigentümer sind die außergewöhnlichen Kosten zu tragen, zum Beispiel:

  • umfangreiche Maßnahmen zur Erneuerung (Schulbeispiel: Das ganze Dach wird neu eingedeckt)
  • Sanierung des Treppenhauses
  • Stromzähleranlage
  • Stromanlagen im Haus
  • Erneuerung der Wasserrohre im gesamten Haus
  • Wärmedämmung des Hauses
  • Fenstererneuerung
  • Modernisierung der Heizung
  • Erschließungskosten
  • Tilgungsanteil bei Grundschuld
Besonderheiten bei Eigentumswohnungen

Hier zahlt – mangels vertraglicher Vereinbarung – der Eigentümer die Kosten der

  • Verwaltung
  • Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums

Der Nießbraucher trägt die

  • laufenden Betriebskosten

Das Stimmrecht in der Versammlung der Wohnungseigentümer verbleibt beim Eigentümer.

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü