Patchwork-Familien im Erbrecht – Interview mit Gerhard Ruby

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Rottweil – Radolfzell – Villingen – Konstanz

Patchwork-Familien im Erbrecht

Michael M. macht sich viele Gedanken. Mittlerweile denkt er nicht nur an Fußball oder freie Wochenenden, sondern beschäftigt sich auch mit Fragen des Erbrechts.  Was muss eine Patchwork-Familie  beachten?  Genau dies bespricht er mit dem Villinger Fachanwalt für Erbrecht, Gerhard Ruby.

In unserer Patchwork-Familie hat jeder Kinder aus erster Ehe. Ist ein Berliner Testament sinnvoll?

Wenn  man verheiratet ist, kann man ein Berliner Testament errichten, in dem beide sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzen und die Kinder aus beiden Ehen zu Schlusserben nach dem Tod des überlebenden Ehegatten werden.   Allerdings kann es Schwierigkeiten wegen des Pflichtteilrechts geben.

Welche Probleme können auftreten?

Wenn beispielsweise der Mann zwei Kinder hat und die Frau ein Kind, beerben sich beim Berliner Testament zuerst die Eheleute als Alleinerben. Wollten die Eheleute die drei Kinder gleich behandeln und setzen sie alle drei als gleichberechtigte Schlusserben ein,  wird es Probleme geben, weil der Pflichtteil des einen Kindes mit 50 %  höher ist als sein 1/3 Erbteil. Das ist bei der Testamentsgestaltung durch geschickte Gestaltung auszuschließen.

Nach der Scheidung haben sich meine Kinder abgewandt. Kann ich nur meine »neue Familie« bedenken?

Jein. Zwar ist der Ex-Gatte durch die Scheidung völlig enterbt, die Kinder aus der ersten Ehe sind aber nach wie vor pflichtteilsberechtigt.

Wie ist in  einer Patchwork-Ehe  zu verhindern, dass die Kinder des anderen ihren Pflichtteil geltend machen?

Mit den üblichen Pflichtteilsstrafklauseln eines Berliner Testamens funktioniert das nicht. Hierdurch können nur die Kinder des Erstversterbenden an die Leine gelegt werden. Durch kluge Gestaltungen kann aber ein ähnlicher Effekt erreicht werden.

Kann ich ein Testament zu Gunsten meines neuen Ehepartners errichten?

Normalerweise ja. Ist der erste Ehegatte aber verstorben und lag ein Berliner Testament vor, in dem die Kinder aus erster Ehe zu Schlusserben eingesetzte sind, kann der überlebende Ehegatte kein neues Testament mehr errichten. Wurde die erste Ehe  geschieden, kann der neue Ehegatte in aller Regel als Erbe eingesetzt werden.

Wie komme ich aus der Bindung eines Berliner Testaments mit dem verstorbenen Ehegatten heraus?

Entweder durch einen »Zuwendungsverzichtsvertrag« mit den künftigen Erben oder durch Anfechtung. Ein Berliner Testament kann bei einer neuen Heirat, bei Geburt oder Adoption neuer Kinder angefochten werden. Die Anfechtung hat aber auch Nachteile, da sie das Testament vernichtet.

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Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, Radolfzell, Villingen, Rottweil
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