Pflichtteil: Schutz vor Schenkungen

GerhardRuby 2017

Pflichtteil: Schutz vor Schenkungen erklärt von Fachanwalt für Erbrecht Gerhard Ruby (Spezialist Erbrecht)

Wenn der Erblasser einen Pflichtteilsberechtigten (z.B. den wirklich oder vermeintlich bösen Sohn) um den Pflichtteil bringen will, kann er versuchen, das Erbe und damit den Pflichtteil dadurch zu schämlern, dass er sein Vermögen wegschenkt. Beträgt die Pflichtteilsquote eines Kindes 1/8 und der Nachlass 800.000 Euro, wäre der Pflichtteil 100.000. Schenkt der Erblasser das Vermögen zu seinen Lebzeiten weg, würde der Pflichtteil dann 1/8 von Null also 0 betragen. So einfach geht das aber nicht. Denn es gibt den § 2325 BGB. Das ist die zentrale Vorschrift zum Schutz der Pflichtteilsberechtigten vor Schenkungen:

2325 BGB Pflichtteilsergänzungsanspruch bei Schenkungen

(1) Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der verschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird.

(2) Eine verbrauchbare Sache kommt mit dem Werte in Ansatz, den sie zur Zeit der Schenkung hatte. Ein anderer Gegenstand kommt mit dem Werte in Ansatz, den er zur Zeit des Erbfalls hat; hatte er zur Zeit der Schenkung einen geringeren Wert, so wird nur dieser in Ansatz gebracht.

(3) Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Sind zehn Jahre seit der Leistung des verschenkten Gegenstandes verstrichen, bleibt die Schenkung unberücksichtigt. Ist die Schenkung an den Ehegatten erfolgt, so beginnt die Frist nicht vor der Auflösung der Ehe.

Die Schenkungen werden aufgrund dieser Vorschrift, so behandelt als seien sie noch da. Sie werden also zum Nachlass dazugerechnet. Voraussetzung ist, dass die Schenkung nicht länger als zehn Jahre zurückliegt. Nicht ganz so gut für den Pflichtteilsberechtigten ist, dass die Schenkung mit jedem Jahr, das seit der Schenkung ins Land zieht, zehn Prozent an Wert verliert. Man nennt das Abschmelzung. Schenkungen an den Ehegatten können länger zurückliegen und werden trotzdem voll einbezogen, also ohne Abschmelzung.

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