Pflichtteil: Berechnung bei Pflege eines Kindes

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Erbringt ein Kind besondere Pflegeleistungen für ein Elternteil, die dazu beitragen, dass das Vermögen des Elternteils bis zu seinem Tod erhalten wurde, kann es bei gesetzlicher Erbfolge oder testamentarischer Einsetzung auf die gleichen Erbquoten von den Geschwistern bei der Erbteilung einen Ausgleich verlangen. Dieses Ausgleichungsrecht wirkt sich auch auf den Pflichtteil aus, wenn beispielsweise Enterbungen stattgefunden haben. Der Pflichtteil ist bekanntlich die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Es ist also bei der Pflichtteilsberechnung im Enterbungsfalle zunächst der gesetzliche Erbteil zu berechnen und dann zu halbieren. Dazu ein

Beispiel:

Die Eheleute V und W sind normal, also ohne notariellen Ehevertrag verheiratet. V stirbt. Alleinerbin ist W. K3 hat den V während langer Krankheit gepflegt, ohne eine Vergütung zu erhalten. Nachlass 600. Wert der Pflegleistung 60. Keine Vorempfänge. Wie hoch ist der Pflichtteil von K1, K2 und K3?

Lösung:

  • W scheidet mit 300 aus der Ausgleichung aus
  • –Verteilungsnachlass 300, von dem 60 abzuziehen sind, § 2057a IV 2 = 240
  • –Erbquote von K1 und K2: 240 x 1/3 = 80
  • –Erbquote von K3 = ebenfalls 80 zzgl. Ausgleichsbetrag 60 = 140 (§ 2057a IV 1 BGB)
  • –Pflichtteil ist jeweils die Hälfte, also für:
  • K1 = 80 x ½ 40
  • K2 = 80 x ½ 40
  • K3 = 140 x ½ = 70
  • –Probe: PT-Last aus 600 für K 1-3 = ¼ x 600 = 150 = 40 + 40 + 70

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü