Pflichtteil bei Schenkungen an den Ehegatten

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Schenkungen an den Ehegatten spielen im Pflichtteilsrecht immer eine Rolle. Egal, wann sie erfolgt sind. Hierzu ein

Beispiel:

V ist verheiratet mit W und hat drei Kinder K1 bis K3. V hinterlässt 600. Er hat W zur Alleinerbin eingesetzt. V hat W Geld, das mit 360 anzusetzen ist, geschenkt. Keine ausgleichungs- oder anrechnungspflichtigen Vorempfänge. Wie hoch ist der Pflichtteil von K1, K2 und K3?

Lösung:

Hier liegt ein ganz normaler Fall aus dem Fall des Pflichtteilsergänzugsrechts vor.

Beachte: Die Schenkung an W in Höhe von 360 ist im Beispiel bereits um den Kaufkraftschwund bereinigt (indexiert): Bei verbrauchbaren Sachen ist – wie bei nicht verbrauchbaren Sachen, § 2325 II 2 BGB – nach den Grundsätzen der Berücksichtigung des Kaufverlusts für die Bemessung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs eine Inflationsbereinigung auf den Erbfall vorzunehmen!

  • Ordentlicher Pflichtteil von K 1-3 = 1/12 von 600 = 50
  • Gesamtpflichtteil K1 – K3: (600 + 360)  X 1/12 = 80
  • Pflichtteils-Ergänzungsanspruch (§ 2325 BGB)  K1 – K3: 80 – 50 = 30 (Probe: Schenkungswert 360 x 1/12 = 30)

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü