Repräsentationsprinzip bei der gesetzlichen Erbfolge: Kind schließt Enkel aus

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das Repräsentationsprinzip ist ein Grundsatz, der bei der gesetzlichen Erbfolge zur Anwendung kommt.

Hintergrund:
Liegt kein Testament vor, gilt die gesetzliche Erbfolge. Danach wird der Erblasser nach bestimmten Erbordnungen beerbt. Die Erben der sog. „ersten Ordnung“ gehen den Erben der „zweiten Ordnung“ vor, diese den Erben der „dritten Ordnung“ usw. Wenn Erben der niedrigeren Ordnung (z.B. der ersten Ordnung, also Kinder, Enkelkinder, Urenkel ) vorhanden sind, können die Mitglieder einer höheren Ordnung (z.B. der zweiten also Eltern des Erblassers, Brüder, Schwestern, Neffen, Nichten) nicht als Erben zum Zuge kommen.

Erklärung des Repräsentationsprinzips:
Innerhalb der einzelnen Erbordnungen gilt das Repräsentationsprinzip. In der ersten Ordnung wird der Erblasser zum Beispiel von seinen drei Kindern zu gleichen Teilen (1/3) beerbt. Jedes Kind repräsentiert einen Stamm. Als Repräsentant dieses Stammes schließt das erbende Kind seine eigenen Abkömmlinge (also Enkel oder Urenkel des Erblassers) von der gesetzlichen Erbfolge aus. Die Enkel und Urenkel erben also nichts. Das ist das Repräsentationsprinzip.

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