Römische Erbrechtsgeschichte: Wichtige Stationen

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

  • 450 v. Chr. wird das Zwölf-Tafel-Gesetz erlassen. Das Zwölf-Tafel-Gesetz war die erste umfassende Fixierung rechtlicher Vorschriften in Rom. Sie war das Ergebnis einer Revolte des Volkes (der Pleps) gegen die Führungsschicht der Patrizier. Den Patriziern war das Recht anvertraut und sie legten es einseitig zu ihren Gunsten aus. So forderte die Pleps die Fixierung des Rechtes, unter anderem des Erbrechtes, auf zwölf Tafeln. Die zwölf Tafeln waren nach dem römischen Historiker Livius (erstes Jahrhundert nach Christus) die „Quelle allen privaten und öffentlichen Rechts“, Livius 3, 34, 6.
  • 367 v. Chr. wurden die Leges Liciniae Sextiae erlassen. Sie sahen vor, dass zwei Konsulen das höchste Staatsamt ausüben mussten, wovon einer Plebejer sein musste. Dieses Gesetz entstand in der Folge der Niederlage der Römer gegen die Gallier 387 v. Chr. Patrizier und Plebejer hatten im Rahmen des Wiederaufbaus das Gesetz als Kompromiss geschaffen. Dafür, dass einer der beiden Konsulen ein Plebejer sein musste, erhielten die Patrizier im Gegenzug das Recht, zwei neu geschaffene Magistrate zu besetzen. Einer der Magistrate war eine Prätur, deren Aufgabe es war, Rechtstreitigkeiten zwischen Bürgern zu regeln.Der Prätor wurde jährlich neu gewählt und trug den Titel „praetor urbanus“ (von urbs, „Stadt“, gemeint ist Rom). Er war für die Gerichtsbarkeit in der Stadt Rom zuständig. Für das römische Rechtsverfahren ist eine Zweiteilung kennzeichnend, nämlich die erste Phase vor dem Prätor und eine zweite vor dem Richter. Der Richter wurde eingesetzt, um das Erkenntnisverfahren durchzuführen und ein Urteil zu fällen. Der prätor urbanus stellte also zunächst eine vorläufige Untersuchung der Rechtssache an und übergab alles Weitere (cognitio) den Geschworenenrichtern (iudices selecti), bis diese Sache spruchreif wurde, worauf er dann Recht sprach (ius dicere oder iurisdictio).
  • 242 v. Chr. wurde eine weitere Prätur eingerichtet.  Zum praetor urbanus kam der praetor peregrinus (peregrinus: „Fremder“ oder „Nichtbürger“). Der Inhaber dieser Prätur hatte die Rechtsprechungsgewalt für Streitigkeiten zwischen Nichtrömern einerseits und zwischen Nichtrömern und Römern andererseits. Er wurde als Fremdenprätor bezeichnet. Die Fremdenprätur war das Ergebnis der Ausdehnung Roms, das zunächst Italien unterworfen hatte und nach den beiden punischen Kriegen die Vorherrschaft im Mittelraum besaß. Ab jetzt gab es den Stadtprätor, der Streitigkeiten bei Römern entschied und den Fremdenprätor, der für Prozesse zwischen Nichtrömern oder für Prozesse zwischen Römern und nicht Nichtrömern zuständig war.
  • 138 v. Chr. bis 78 v. Chr. ist die Zeit der Alleinherrschaft Sullas. In dieser Zeit wurde die Zahl der Prätoren auf acht festgesetzt. Es wurden nämlich Prätorenämter für die Gebiete für die von Rom besetzten Provinzen geschaffen. Jeder Stadtprätor musste ein weiteres Amtsjahr als Provinzprätor ableisten. Der Prätor war in den Provinzen gleichzeitig Statthalter. Er übte die Rechtsprechungsgewalt über alle Provinzbewohner aus.
  • 76 v. Chr. entstand die Lex Cornelia de iurisdictione. Seit der Lex Cornelia ist ein Prätor an sein Edikt gebunden. Das Edikt war zunächst ein Programm über die Amtsführung des Prätors. Es war unverbindlich. Seit 67 v. Chr. ist es verbindlich. Der Prätor muss dem rechtssuchenden Publikum die in seinem Edikt vorgesehenen Maßnahmen, also insbesondere die dort vorgesehenen Klagen und Einreden gewähren. Das Edikt enthielt auch Klageformeln, die vom Prätor aufgrund seiner Rechtsprechungsgewalt geschaffen worden waren.
  • 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. Kaiser Octavian verlieh Juristen das Respondierrecht. Die Responsen waren Rechtsgutachten von Juristen. Sie wurden im Namen des Kaisers erlassen. Bei übereinstimmenden Rechtsgutachten musste der Richter nach den Responsen urteilen. Nur bei widerstreitenden Responsen konnte er zwischen den Rechtsgutachten wählen. So wurde nun durch die Juristen des Kaisers ein einheitliches Recht im gesamten römischen Reich durchgesetzt.
  • 130 n. Chr. unter Kaiser Hadrian wird ein „ewiges Edikt“ für Prätoren und Stadthalter vom Senat beschlossen. Die Edikte werden also nicht mehr jährlich erlassen sondern sind jetzt allgemein gültig.
  • 193 – 135 n. Chr. in der Zeit der severischen Kaiser sind die führenden Juristen direkte Vertreter des Kaisers in der Zivilverwaltung und Rechtsprechung. Sie konnten in Vertretung des Kaisers auch Berufungsverfahren gegen Urteil durchführen. Indem sie Rechtsanfragen aus dem gesamten Reich, indem sie die kaiserlichen Antworten (Reskripte) auf Rechtsanfragen aus dem gesamten Reich vorbereiten, sind sie auch an der Rechtsetzung durch den Kaiser beteiligt (ius novum).

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