Schwarzgeld im Erbe – Kein Grund zur Freude

Gerhard Ruby ist Focus-Topanwalt für Erbrecht 2020

Schwarzgeld

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Deutsche Staatsbürger haben vor allem in den 80er Jahren hohe Summen in die Schweiz transferiert, um Zinsen in Deutschland nicht versteuern zu müssen. Viele aus dieser Generation sind mittlerweile verstorben und haben das Schwarzgeld ihren Erben hinterlassen. Hinsichtlich der Pflichten dieser Erben gelten folgende Grundsätze:

  • Niemand ist verpflichtet, ohne konkrete Anhaltspunkte danach zu forschen, ob der Erblasser „Schwarzgeld“ im Ausland hatte.
  • Weiß der Erbe allerdings von solchem „Schwarzgeld“ so darf er die „Familientradition“ nicht einfach fortführen, da er sich sonst in mehrfacher Hinsicht strafbar machen kann.- Bei der Erbschaftsteuer ist der Erbe verpflichtet, die Steuererklärung vollständig, also mit dem Schwarzgeld anzugeben, ansonsten begeht er selber eine Steuerhinterziehung

    – Bei der Einkommensteuer fließen dem Erben künftige Erträge aus dem Schwarzgeld zu und er muss sie deshalb bei seiner Einkommensteuererklärung angeben, ansonsten begeht er ebenfalls Steuerhinterziehung. Unter Umständen besteht auch eine Berichtigungspflicht für alte Steuererklärungen, die noch der Erblasser abgegeben hat, so dass dies in jedem Einzelfall fachkundig beurteilt werden muss.

    – Auch zivilrechtlich ist der Erbe verpflichtet, das Schwarzgeld, von dem er weiß, Miterben oder Pflichtteilsberechtigten zu offenbaren. Ansonsten kann er strafrechtlich sogar einen Betrug (§ 263 StGB) begehen.

  • Hat sich der Erbe selbst wegen Steuerhinterziehung
    strafbar gemacht, so kann er durch Selbstanzeige beim Finanzamt Straffreiheit erlangen (§ 371 AO). Diese Möglichkeit besteht aber nicht mehr, sobald die Tat von den Behörden aufgedeckt wurde. Erben sollten daher – fachmännisch beraten – Selbstanzeige erstatten, wenn sie bereits Steuerhinterziehung begangen haben.

1. Fragen und Antworten zum Schwarzgeld-Erbe

Nicht erst seit der Affäre um Uli Hoeneß haben Besitzer von Schwarzgeldkonten ein flaues Gefühl in der Magengegend. Was tun, wenn ahnungslose Angehörige plötzlich unversteuertes Geld erben? Was ist überhaupt steuerlich beim Erben und Vererben zu beachten? Was erbt das Finanzamt von meinem Vermögen?

1.1 Frage: Wer Schwarzgeld erbt, kann sich nicht wirklich freuen?

Antwort: Nein, denn er ist jetzt dazu verpflichtet, das Schwarzgeld beim Finanzamt offenzulegen und nachzuversteuern, einschließlich satter Hinterziehungszinsen in Höhe von 6 % pro Jahr. Also wirklich keine gute Geldanlage.

1.2 Frage: Wer solch unversteuertes Geld annimmt, ist rechtlich genauso angreifbar wie der einstige Besitzer? Was sind die Konsequenzen?

Antwort: Wenn der Erbe bemerkt, dass er Schwarzgeld, also unversteuertes bzw. nicht ordnungsgemäß versteuertes Geld geerbt hat, ist er verpflichtet, dies dem Finanzamt unverzüglich zu melden. Wenn er das tut, begeht der Erbe keine eigene Steuerhinterziehung und hat keinerlei strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten. Wenn er allerdings das „Schwarzgeld“ verschweigt, begeht der Erbe eine eigene Steuerstraftat mit allen Konsequenzen. Im schlimmsten Fall kann das sogar eine Haftstrafe bedeuten.

1.3 Frage: Warum ist dieses Thema so interessant?

Antwort: Das Thema Erbschaftsteuer ist eines der zentralen Aspekte bei der Errichtung des eigenen Testamentes. Ohne exzellente Kenntnisse des Erbschaftsteuerrechts und des Erbrechts kann man in aller Regel kein vernünftiges Testament gestalten. Denn keiner will, dass mehr Geld als unbedingt möglich ans Finanzamt vererbt wird.

1.4 Frage: Gibt es in ihrer Praxis viele solcher Fälle?

Antwort: Leider habe ich immer wieder Erbfälle zur Beratung, in denen im Vorfeld zu wenig an das Steuerrecht gedacht wurde und deshalb unverhältnismäßig viel Erbschaftsteuer anfällt. Nach dem Todesfall lässt sich nur noch wenig retten, wichtig ist, noch zu Lebzeiten das Thema Erbschaftsteuer anzugehen.

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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