Schweizer Eidgenossen haben es bei der Erbschaftsteuer besser

Gerhard Ruby ist Focus-Topanwalt für Erbrecht 2020

Schweizer Erbschaftsteuer

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Erbschaftsteuerlich hat es die Schweiz besser. Im Regelfall fällt aus Schweizer Sicht keine Erbschaftsteuer an, wenn Ehegatten oder Kinder erben. Dies gilt in den Kantonen Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Zug, Glarus, Freiburg, Solothurn, Basel Stadt und Land, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin, Genf. Jedenfalls ist die Steuer meistens niedriger als bei uns. Allerdings heißt, dass nicht, dass der deutsche Fiskus nicht steuerbegehrlich wäre, wenn Deutsche am Erbfall beteiligt sind. Grundsätzlich kassiert der Deutsche Staat nämlich ab, wenn ein Deutscher am Erbfall beteiligt ist, und zwar auch dann, wenn das Vermögen im Ausland liegt. Er kassiert dann anch deutschem Erbschaftsteuerrecht. Anders ist es aber, wenn Doppelbesteuerungsabkommen vereinbart sind. Dann gilt das Doppelbesteuerungsabkommen.

Die Schweiz ist einer der wenigen Staaten, mit dem Deutschland ein solches Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat.  Das Abkommen bezieht sich nur auf Erwerbe von Todes wegen nicht jedoch auf Schenkungen unter Lebenden.

Das Doppelbesteuerungsabkommen knüpft an den Wohnsitz des Erblassers an. Vorteile ergeben sich hierdurch jedoch für einen in der BRD ansässigen inländischen Erben grundsätzlich nicht (Ausnahme: Erwerb einer Immobilie von einem Schweizer Staatsbürger, siehe DBA-ErbSt BRD/CH).

Für ihn gibt es eine „überdachende Besteuerung“, die sich auf seinen gesamten Vermögensanfall erstreckt. Dies beruht darauf, daß sich die deutsche Erbschaftsteuer nicht nur nach dem Wohnsitz des Erblassers, sondern auch nach dem Wohnsitz des Erwerbers richtet, § 2 ErbStG.

Die eigentliche Vermeidung der Doppelbesteuerunq ist in Art. 10 des Abkommens geregelt. Sachlich gehen die Vertragsstaaten in der herangezogenen Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung unterschiedliche Wege. Während die BRD grundsätzlich die sogenannte Steueranrechnungsmethode anwendet, greift die Schweiz auf die Methode der Steuerbefreiung mit Progressionsvorbehalt zurück.

Abschließend bleibt noch anzumerken, daß über die Steuerbelastung in der Schweiz keine allgemeingültige Aussage getroffen werden kann. Die bundesstaatliche Verfassung der Schweiz hat die Steuerhoheit den Kantonen überlassen. Zusätzlich können noch Gemeindesteuern erhoben werden. Im Regelfall dürften jedoch die Steuersätze unter den vergleichbaren bundesdeutschen Steuersätzen liegen.

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