Sittenwidriges Testament

Gerhard Ruby - Portrait

Sittenwidriges Testament. Erklärt von Rechtsanwalt Ruby, Spezialist Erbrecht

 

Wann ist ein Testament sittenwidrig?

§ 138 BGB bestimmt:

§ 138 BGB Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher.
(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.

Das gilt auch für Verfügungen von Todes wegen.

So kann ein Vermächtnis nichtig sein, weil es von dem Belasteten ein unsittliches Handeln verlangt oder von ihm fordert die Konfession zu wechseln, aus der Kirche auszutreten, eine bestimmte Person zu heiraten, sich scheiden zu lassen.

Früher wurden die sog. > Geliebtentestamente als sittenwidrig angesehen, bei denen der Ehemann seine Geliebte bedachte. Heute werden solche Testamente grundsätzlich nicht mehr als sittenwidrig angesehen.

Ob ein Verstoß gegen die guten Sitten vorliegt, muss aus den gesamten Umständen entnommen werden.

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