Spanien: Und plötzlich bist Du tot und Spanier

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Spanien: Und plötzlich bist Du tot und Spanier. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Spanien: Und plötzlich bist Du Spanier

Neues EU-Erbrecht

Seit dem 17. August 2015 gilt das neue EU-Erbrecht. Nach welchem nationalen Recht ein Europäer jetzt beerbt wird, richtet sich seitdem nach dem „letzten gewöhnlichen Aufenthalt“ des Verstorbenen. Ein Deuscher wird jetzt also nach spanischem Erbrecht beerbt, wenn er seinen Lebensmittelpunkt in Spanien hatte. Das gilt für alle Spanien-Residenten, deren Lebensmittelpunkt in Spanien liegt.

Allerdings besteht die Möglichkeit im Testament festzulegen, dass deutsches Erbrecht gelten soll. Der Deutsche, der in Spanien lebt, hat also ein Wahlrecht. Tut er nichts, gilt spanisches Erbrecht. Wählt er im Testament deutsches Recht gilt deutsches Erbrecht.  Das gilt auch dann, wenn der Erblasser die meiste Zeit oder ausschließlich in Spanien gelebt hat.

Die Rechtswahl

ist wichtig, denn die Unterschiede zwischen deutschem und spanischem Erbrecht sind enorm:

  • Spanien kennt kein Ehegattentestament („Berliner Testament“).
  • Das Berliner Testament ist in Spanien unwirksam, wenn spanisches Recht gilt.
  • Ein Berliner Testament gilt aber auch in Spanien, wenn im Testament deutsches Recht gewählt wurde.
  • „Böse“ Kinder kommen im spanischen Pflichtteilsrecht deutlich besser weg als im deutschen Pflichtteilsrecht.
  • Der überlebende Ehegatte stellt sich nach der gesetzlichen Erbfolge (ohne Testament) in Spanien deutlich schlechter als in Deutschland.
  • Ohne Testament bleibt der Witwe in Spanien nur ein kleiner Erbteil oder nur ein Nießbrauch am Erbe. Das Erbe fällt auf jeden Fall im Wesentlichen den Kindern zu.
  • In Spanien gibt es kein einheitliches Erbrecht wie in Deutschland. Es gibt insgesamt sieben Erbrechtsordnungen.
  • Zwar gilt in Spanien im allgemeinen das Erbrecht des Código Civil. Daneben gibt es aber in sechs örtliche Erbrechtsordnungen (die sogenannten „Foralrechte“, die in Aragon, auf den Balearischen Inseln, Katalonien, Vizcaya, Alava, Galizien und Navarra gelten)
  • Die insgesamt sieben spanischen Erbrechte unterscheiden sich vor allem bei Testamenten, Erbverträgen und im Pflichtteilsrecht deutlich.

Zum Beispiel gilt für Madrid, auf den Kanaren oder in Andalusien das allgemeine spanische Erbrecht nach dem Codigo civil, während Erbschaften auf den Balearen oder in Katalonien den dort geltenden Foralrechten unterliegen.

Tipp

Treffen sie eine Rechtswahl und wählen Sie deutsches Erbrecht, dann wird ihr gesamtes Vermögen in Deutschland wie in Spanien nach deutschem Recht vererbt.

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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