Stille Gesellschafter am Verlust beteiligt?

Erklärt von Gerhard Ruby ist Focus-Topanwalt für Erbrecht 2020

Die typische stille Beteiligung kann ein interessantes Gestaltungsmittel bei der Unternehmensnachfolge sein. Der so Beteiligte nennt sich der stille Gesellschafter. Ist der Unternehmer gestorben und hat der Unternehmenserbe nicht genügend liquide Mittel zur Verfügung, um Pflichtteilsberechtigte abzufinden, kann er statt dessen dem/den Pflichtteilsberechtigten eine typische stille Beteiligung anbieten.

Die stille Gesellschaft ist in §§ 230 bis 236 HGB geregelt. Der stille Gesellschafter ist am Unternehmen nicht dinglich beteiligt (wie ein Gesellschafter an einer Personengesellschaft), sondern es besteht zwischen ihm und dem Geschäftsinhaber (Einzelunternehmer, Personen- oder Kapitalgesellschaft) nur eine schuldrechtliche Beziehung.

Formulierungsbeispiel: „Der stille Gesellschafter ist verpflichtet, eine Einlage in Höhe von 70.000,00 EUR  zu erbringen. Die Einlage ist in bar zu erbringen und sofort zur Zahlung fällig. Der stille Gesellschafter ist an Gewinn und Verlust des Inhabers mit einer Quote von 20 % beteiligt. Eine Nachschusspflicht des stillen Gesellschafters wird ausgeschlossen.“

Der „Stille“ ist am Gewinn beteiligt, am Verlust nur bis zum Betrag seiner eingezahlten Einlage.

Bei der typischen stillen Gesellschaft steht die Einlage wertmäßig fest und der Stille erzählt einkommensteuerlich Einkünfte aus Kapitalvermögen gemäß § 29 Abs. 1 Nr. 4 EStG.

Bei einer atypisch stillen Gesellschaft in Form einer einkommensteuerlichen Mitunternehmerschaft liegen gewerbliche Einkünfte des Stillen gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG vor.

Die stille Gesellschaft ist eine „Innengesellschaft“; sie tritt nach außen nicht in Erscheinung. Die Regelform nennt man typische stille Gesellschaft. Ist der „Stille“ an den stillen Reserven des Unternehmens beteiligt, spricht man von einer atypischen stillen Gesellschaft.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü