Stille Reserven sind bei der Erbteilung die „stillen Wasser“ der Einkommsteuer

Stille Reserven

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Fachanwalt für Erbrecht, Rottweil, Villingen-Schwenningen, Radolfzell

Stille Wasser gründen tief

Stille Reserven sind die „stillen Wasser“ der Einkommensteuer. Sie können zu unerwarteten und sehr unangenehmen Folgen bei der Einkommensteuer führen.

Wie entstehen stille Reserven?

Stille Reserven ergeben sich bei einer Sache, die der Erzielung von Einkünften dient (z.B. Auto des Taxifahrers, Boden beim Landwirt) durch eine Unterbewertung. So wird beispielsweise der Wert des Wirtschaftsguts in der Buchhaltung mit den ehemaligen Anschaffungskosten oder Herstellungskosten fortgeführt. Kommt es zu Wertsteigerungen sind diese Wertzuwächse die stillen Reserven. Solche Wertzuwächse gibt es vor allem im Immobilienbereich durch Preissteigerungen in den zurückliegenden Jahrzehnten oder wenn aus Ackerland Bauland wird.

Stille Reserven können auch durch zu hohe Abschreibungen entstehen. Wird beispielsweise ein Fahrzeug aufgrund der jährlichen Abschreibungen nur noch mit 5.000 Euro erfasst, beim Verkauf erbringt es aber noch 10.000; dann liegen stille Reserven von 5.000 Euro vor).

Stille Reserven sind irgendwann zu versteuern

Die stillen Reserven hat grundsätzlich derjenige zu versteuern, der sie „erwirtschaftet“ hat, bei dem sie also entstanden sind. Das ist wichtig bei einer Betriebsentnahme, wenn z.B. der Betriebsinhaber eine Auto aus dem Betrieb nimmt, um es seinem Sohn zum Abitur zu schenken. Hier muss der Betriebsinhaber die stillen Resverven, die durch die Entnahme „aufgedeckt“ werden, bei der Einkommensteuer versteuern.

Ausnahmen bei Schenkung

Dieses „Prinzip der personalen Bindung“, wonach die stillen Reserven von demjenigen zu versteuern sind, bei dem sie entstanden sind, müsste eigentlich auch bei einer Schenkung des gesamten Betriebes gelten. Hier sind aber fiskalpolitisch Ausnahmen gewollt. Dies begann bereits 1925. Trotz der Erkenntnis, dass eine unentgeltliche Betriebsübertragung eigentlich zur Aufdeckung der stillen Reserven und zu ihrer Besteuerung beim Übergeber führen muss, hat der Gesetzgeber in § 20 Abs. 2 EStG 1925 ein Wahlrecht zwischen der Buchwertfortführung oder der Aufeckung der stillen Reserven eingeräumt. Im EStG 1934 findet sich dieses Wahlrecht dann plötzlich nicht mehr und schon § 5 EStDV 1974 schrieb die Buchwertfortführung zwingend vor.

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü