Strohal § 000 Einleitung (in das grundlegende Erbrechtsbuch von Emil Strohal aus dem Jahre 1900)

 

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

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Einleitung.

 

I. Infolge des Rezeptionsprozesses ist als Bestandteil des römischen Privatrechts auch das römische Erbrecht gemeines deutsches Recht geworden. Durch die Großartigkeit seines Aufbaus sowohl als auch durch den Reichtum seiner Ausgestaltung und die  Feinheit seiner Durchbildung erwies es sich dem noch unfertigen heimischen Recht gegenüber als weit überlegen, so dass dieses nur geringen Widerstand leisten konnte. Allein die praktische Geltung der Sätze des römischen Erbrechts bedeutete nicht auch deren Aufnahme in das deutsche Rechtsbewusstsein. Zahlreicher als in den anderen Teilen des römischen Privatrechts sind im Erbrecht die nur historisch zu begreifenden Entscheidungen, und ausgeglichener als anderswo sind hier die Schichtungen von Rechtssätzen verschiedener Entwicklungsstufen. Und wenn schon die großen Grundgedanken des römischen Erbrechts ihre siegende Kraft auch bei uns bewährten, so standen neben ihnen doch zahlreiche Rechtssätze, die im Rechtsleben unserer Nation nur als Fremdkörper empfunden werden konnten. Die gewohnheitsrechtliche Entwicklung war jedoch nicht kräftig genug, um dem römischen Erbrecht gegenüber die erforderliche Ausscheidung und Umbildung durchzusetzen. Diese große Aufgabe wurde erst durch die unter dem Einfluss der naturrechtlichen Schule im Ausgang des achtzehnten und im Beginn des neunzehnten Jahrhunderts entstandenen deutschen Partikulargesetzgebungen, insbesondere durch das preußische Allgemeine Landrecht und durch das österreichische BGB, und zwar im Großen und Ganzen in sehr glücklicher Weise gelöst. Auf den hierdurch gegebenen Grundlagen beruht das Erbrecht des BGB.

 

Anm. 1: Auch das Erbrecht des Code civil und das des sächsischen BGB sind übrigens nicht ohne Einfluss auf die Gestaltung des Erbrechts im deutschen BGB gewesen. Als nützliche Vorarbeit hat sich ferner der von F. Mommsen ausgearbeitete Entwurf eines Deutschen Reichsgesetzes über das Erbrecht (1876) erwiesen.

 

Zu seinem

 

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Lobe darf gesagt werden, dass es der deutschen Rechtsauffassung breiten Raum zur Entwicklung eröffnet und seine partikularen Vorgänger an Schärfe und geistiger Durchdringung des Stoffes vielfach überragt.

 

Anm. 2: Ein erheblicher Anteil an diesem Erfolg gebührt den zum Teil sehr wertvollen kritischen Besprechungen der Entwürfe. Vergleiche besonders Gierke: Der Entwurf und das deutsche Recht Seiten 505 ff.; Petersen: Berufung zur Erbschaft in Bekkers und Fischers Beiträgen, Heft 16;: Die Stellung des Erben in den selben Beiträgen, Heft 17; Bähr:: Gegenentwurf Seiten 345 ff.; Bingner (zu Entwurf II) im sächsischen Archiv Seiten 593 ff.; VI Seiten 1 ff.

 

Von Mängeln ist es zwar sicherlich nicht ganz frei. Sie beruhen aber überwiegend darauf, dass wichtige Fragen des modernen Erbrechts, weil von der zivilistischen Wissenschaft noch zu wenig durchgearbeitet, die erforderliche Abklärung überhaupt noch nicht gefunden haben. Dieses Versäumnis wird nunmehr auf Grundlage des BGB nachgeholt werden müssen.

 

II. Die erbrechtlichen Bestimmungen des BGB haben nur das private Erbrecht zum Gegenstand und lassen die kraft öffentlichen Rechtes eintretende eigenartige Vererbung öffentlichrechtlicher Befugnisse ganz unberührt.

 

Anm. 3: Vergleiche über sie den allerdings wenig ergiebigen Artikel von Bluntschli: Staatsrechtliches Erbrecht in Bluntschlis und Braters Staats-WB Bd. 3 Seite 413, und etwa noch G. Meyer: Lehrbuch des deutschen Staatsrechts .  Auflage § 85 (mit zahlreichen Literaturangaben); Bornhak: Preußisches Staatsrecht I §§ 28, 29; Seydel: Bayerisches Staatsrecht I Seiten 386 ff.; Jellinek: Allgemeine Staatslehre (1900) Seiten 632 ff. Der scharfe Unterschied staatsrechtlicher und privatrechtlicher Vererbung ist erst das Ergebnis einer vielhundertjährigen Entwicklung. Das römische Recht hatte ein hoch entwickeltes Privaterbrecht, neben dem eine öffentlich-rechtliche Vererbung zu klarer Ausgestaltung nicht gelangt war. Im deutschen Rechte gienen privatrechtliche und öffentlich-rechtliche Vererbung vielfach ineinander über. Den älteren deutschen Recht war ein Privaterbrecht im Sinne des römischen und heutigen Rechtes überhaupt fremd. Es kannte nur geborene, nicht gekorene Erben und gab dem nächsten oder gewissen nächstem Erben schon bei Lebzeiten des Erblassers ein Warterecht. Vergleiche hierzu Brunner: Grundzüge der deutschen Rechtsgeschichte (1901) Seiten 203 ff. Nach der Rezeption des römischen Rechts machte sich aber dann wieder das Bestreben geltend, selbst staatliche Befugnisse durchaus der romanistisch gedachten privatrechtlichen Vererbung zu unterwerfen. Die allmähliche Überwindung dieser Auffassung fällt mit der Entwicklung des modernen Staates zusammen.

 

Der ursprünglichen Bedeutung des Ausdrucks Vererbung,

 

Anm. 3 A: Grimm: Wörterbuch, Bd. 3 Seiten 708 ff.

 

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die unzweideutig auf einen durch Abstammung vermittelten Erwerb hinweist,

 

Anm. 4: In diesem Sinne spricht sie die Naturwissenschaft von einer Vererbung persönliche Eigenschaften, insbesondere auch von einer Vererbung von Krankheiten.

 

entsprechend handelt es sich auch bei der öffentlich-rechtlichen Vererbung um einen auf solcher Grundlage beruhenden Erwerb. Im Gegensatz zur privatrechtlichen Erbfolge, die den Tod eines Menschen, dessen Beerbung infrage steht, zur notwendigen Voraussetzung hat, ist die öffentlich-rechtliche Vererbung durch den Tod eines Menschen nicht schlechthin bedingt. In dieser Beziehung besteht übrigens zwischen den Fällen der öffentlich-rechtlichen Vererbung folgende Verschiedenheit: In einer Gruppe von Fällen gestaltet sich die Vererbung der öffentlich-rechtlichen Befugnis derart, dass sich der Erwerb des in der vom Gesetz verlangten Weise von einem anderen Abstammenden schon mit der Geburt des Abstämmlings vollzieht.

 

Anm. 5: vergleiche z.B. Preußisches Landrecht II, 9 §§ 2, 3, ferner Edikts über den Adel im Königreich Bayern § 1.

 

In einer anderen Gruppe von Fällen gehört zum Wesen der infrage stehenden Befugnis, dass sie jeweilig nur einer Person zustehen kann.

 

Anm. 6: Man denke vor allem an die Thronfolge oder an die vererbliche Mitgliedschaft in der ersten Kammer. Der gleiche Gedanke ist übrigens auch in einzelnen Sondergebieten des Privatrechts, so im Lehnsrecht und im Rechte der Familienfideikommisse zu überwiegender Geltung gelangt. Vergleiche dazu Brunner über Primogeniturordnung in v. Holtzendorffs Rechtslexikon.

 

Der Erwerb einer Befugnis dieser Art setzt also hier den Wegfall des bisherigen Trägers der Befugnis voraus. Dieser Wegfall kann aber nicht nur durch den Tod des letzteren eintreten, sondern auch durch dessen Verzicht (Renunziation, Abdankung). Solange übrigens der Wegfall des bisherigen Trägers der Befugnis noch nicht eingetreten ist, besteht doch für den kraft Abstammung zum eventuellen Erwerb der Befugnis berufenen in aller Regel bereits eine feste, durch Anordnung des gegenwärtigen Trägers nicht entziehbare Anwartschaft.

 

Anm. 6 a: In Betreff der Thronfolgeordnung wird übrigens von den modernen Staatsrechtslehrern überwiegend gelehrt, dass sie in derselben Weise geändert werden könne, wie dies bei anderen verfassungsrechtlichen Normen möglich ist, ohne dass es hierzu also einer Zustimmung derjenigen bedürfe, welche nach dem vorher bestehenden Rechte eine Aussicht auf die Thronfolge hatten.

 

III. Selbst das Privaterbrecht hat im BGB eine völlig erschöpfende Behandlung nicht gefunden.

 

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Denn ganz abgesehen davon, dass dessen im fünften mit der Überschrift „Erbrecht“ versehenen Buche enthaltene Bestimmungen durch die Vorschriften anderer Reichsgesetze, so z.B. des Gesetzes über die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit, der ZPO, der KO und hier und da auch durch Vorschriften der Landesgesetze ergänzt werden, entbehren Sie auch insofern der Vollständigkeit, dass sie nur das so genannte gemeine Erbrecht regeln und somit hinsichtlich gewisser Sondergebiete des Erbrechts das Landesrecht in Geltung belassen.

 

Durch das BGB unberührt bleiben insbesondere:

 

Anm. 7: Vergleiche übrigens auch Art. 62, 63 EGBGB

 

1. Die landesgesetzlichen Vorschriften über Familienfideikommisse  mit Einschluss allodifizierter Lehen, sowie über Stammgüter (Art. 59 EGBGB).

2. Die landesgesetzlichen Vorschriften über das Anerbenrecht in Ansehung landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Grundstücke nebst deren Zubehör. Das Recht des Erblassers, über das dem Anerbenrecht unterliegende Grundstück von Todes wegen zu verfügen können jedoch die Landesgesetze nicht beschränken (Art. 64 EGBGB).

 

 

IV. In Ansehung gewisser Personenkreise gehen den erbrechtlichen Bestimmungen des BGB nach Maßgabe des EGBGB Vorschriften der Hausverfassungen und der Landesgesetze vor.

1. So finden nach Art. 57 EGBGB die Vorschriften des BGB überhaupt und somit auch die erbrechtlichen Inhalts in Ansehung der Landesherren und der Mitglieder der landesherrlichen Familien sowie der Mitglieder der fürstlichen Familie Hohenzollern, ferner in Ansehung der Mitglieder des vormaligen Hannoverschen Königshauses, des vormaligen Kurhessischen und des vormaligen Nassauischen Fürstenhauses nur insoweit Anwendung, als nicht besondere Vorschriften der Hausverfassungen oder der Landesgesetze abweichende Bestimmungen enthalten.

2. Nach Art. 58 EGBGB bleiben in Ansehung der Familienverhältnisse und der Güter derjenigen Häuser, welche vormals reichsständisch gewesen und seit 1806 mittelbar geworden sind oder welche diesen Häusern bezüglich der Familienverhältnisse und der Güter durch Beschluss der vormaligen Deutschen Bundesversammlung oder vor dem Inkrafttreten des BGB durch Landesgesetz gleichgestellt

 

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worden sind, die Vorschriften der Landesgesetze und nach Maßgabe der Landesgesetze die Vorschriften der Hausverfassungen unberührt. Das gleiche gilt zu Gunsten des vormaligen Reichsadels und derjenigen Familien des landseitigen Adels, welche vor dem Inkrafttreten des BGB dem vormaligen Reichsadel durch Landesgesetz gleichgestellt worden sind.

 

3. Nach Art. 216 EGBGB bleiben die landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Mitglieder gewisser täterschaftliche Familien bei der Ordnung der Erbfolge in ihren Nachlass durch das Pflichtteilsrecht nicht beschränkt sind, in Ansehung derjenigen Familien in Kraft, welchen dieses Recht zur Zeit des Inkrafttretens des BGB Zustand.

 

V. Die erbrechtlichen Vorschriften des BGB greifen grds. nur bei der Beerbung deutscher (das heißt reichsangehöriger) Erblasser durch.

 

Anm 8: Auf eine eingehende Darstellung des so genannten internationalen Erbrechts muss hier verzichtet werden. Die Ausführung des Textes beschränkt sich auf eine skizzenhafte Übersicht. Genaueres vergleiche bei Plank VI; Niedner: Kommentar zum EGBGB (1899) und Niemeyer: Das internationale Privatrecht des BGB (1901); ferner Zitelmann: Internationales Privatrecht I (1897), II Z. 1 (1898).

 

Trifft diese Voraussetzung zu, d.h. war der Erblasser zur Zeit seines Todes ein Deutscher (d.h. Reichsangehöriger), so wird er nach deutschem Rechte selbst dann beerbt, wenn er seinen Wohnsitz zur angegebenen Zeit im Ausland hatte;

 

Anm. 9: Zu den in diesem Falle zur Anwendung zu bringen den Vorschriften des BGB gehören insbesondere auch die über die Voraussetzungen und Wirkungen einer vom Erblasser errichteten Verfügungen von Todes wegen. In Betreff der Form einer solchen genügt jedoch die Beobachtung der Gesetze des Ortes, an dem die Verfügung errichtet worden ist (vergleiche Art. 11 Abs. 1 EGBGB). Besonderes bestimmt Art. 24 Abs. 3 EGBGB in Betreff eines Ausländers, der, nachdem er eine Verfügung von Todes wegen errichtet oder aufgehoben hatte, die Reichsangehörigkeit nachträglich erwirbt. Hier wird die Gültigkeit der Errichtung oder Aufhebung – jedoch unbeschadet der Geltung der Vorschrift des Art. 11 Abs. 2 EGBGB – nach den Gesetzen des Staates beurteilt, welchem der verfügende zur Zeit der Errichtung oder der Aufhebung angehörte. Der Erblasser behält ferner unter den angegebenen Voraussetzungen die Fähigkeit zur Errichtung einer Verfügung von Todes wegen selbst dann, wenn er das nach den deutschen Gesetzen erforderliche Alter noch nicht erreicht hat.

 

Können sich die Erben in diesem Falle in Ansehung der Haftung für die Nachlassverbindlichkeiten auch auf die an dem Wohnsitze des Erblassers geltenden Gesetze berufen (Art. 24 Abs. 1, 2 EGBGB).

 

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Ein Ausländer wird in aller Regel nicht nach deutschem Recht, sondern nach dem Recht desjenigen Staates beerbt, dem er zur Zeit seines Todes angehörte, und zwar selbst dann, wenn er zur Zeit seines Todes seinen Wohnsitz in Deutschland hatte (Art. 25 Satz 1 EGBGB).

 

Anm. 9 a:  in Betreff derjenigen Personen, welche keinem Staate angehören, vergleiche Art. 29 EGBGB

 

Deutsches Recht kommt jedoch zur Anwendung:

 

1. Wenn und soweit die Gesetze des Staates, dem der Erblasser zur Zeit seines Todes angehörte für die Beerbung seiner Angehörigen die Anwendung des deutschen Rechtes anordnen (Art. 27 EGBGB).

 

2. In dem durch Art. 25 Abs. 2 EGBGB bestimmten Falle. Wird nämlich ein Ausländer, der zur Zeit seines Todes den Wohnsitz in Deutschland hatte, nach den Gesetzen des Staates beerbt, dem er zur Zeit seines Todes angehörte, so können doch Deutsche in Ansehung des Nachlasses dieses Ausländers erbrechtliche Ansprüche regelmäßig auch dann geltend machen, wenn sie nur nach den deutschen Gesetzen begründet sind; die Geltung dieses Satzes entfällt aber wieder, nach dem Recht des Staates, den der Erblasser angehörte, für die Beerbung eines Deutschen, der seinen Wohnsitz in diesem Staate hatte, die deutschen Gesetze ausschließlich maßgebend sind (Art. 25 EGBGB).

In Ansehung derjenigen Gegenstände, welche nach den Gesetzen des Staates, wo sie sich befinden, erbrechtlichen Sondervorschriften unterliegen, bleibt es bei diesen Vorschriften, selbst wenn für die Beerbung des Erblassers, dem diese Gegenstände besetzt hatten, im allgemeinen nicht das Recht des eben bezeichneten, sondern das eines anderen Staates maßgebend ist (Art. 28 EGBGB).

 

Anm. 10: Beispiele: Ein Erblasser, der im allgemeinen nach deutschem Recht beerbt wird, war Inhaber eines in Österrreich sich befindenden Familienfideikommisses. Hinsichtlich des Letzteren bleibt nach Art. 28 EGBGB österreichisches Recht maßgebend. Oder umgekehrt: Ein Erblasser, der im allgemeinen nach österreichischem Recht der beerbt wird, war Inhaber eines in Deutschland sich befindenden Familienfideikommisses.

 

VI. bezüglich der Frage, inwieweit erbrechtlichen Verhältnisse nach dem BGB oder aber nach dem bisherigen Recht zu beurteilen sind, gelten folgende Grundsätze:

 

Anm. 11: Eingehendes hierüber besonders bei Habicht: Einwirkung des BGB auf zuvor entstandene Rechtsverhältnisse, dritte Auflage (1901). Vergleiche ferner Plank VI und Niedner a.a.O.. Nimm 2

 

1. Ist der Erblasser vor dem Inkrafttreten des BGB, also vor dem 01.01.1900 gestorben, so bleiben für die sich dabei ergebenden erbrechtlichen Verhältnisse die bisherigen Gesetze maßgebend. Dies gilt insbesondere auch von den Vorschriften über das erbschaftliche Liquidationsverfahren (Art. 213 EGBGB).

2. Ist der Erblasser dagegen erst nach dem unter Z. 1 bezeichneten Zeitpunkte gestorben, so greifen im allgemeinen die Vorschriften des BGB durch. Hiervon treten jedoch folgende Abweichungen ein:

 

Anm. 12: Über Art. 216 EGBGB vergleiche bereits oben IV Z. 3.

 

a) Die vor dem Inkrafttreten des BGB erfolgte Errichtung oder Aufhebung einer Verfügung von Todes wegen wird nach den bisherigen Gesetzen beurteilt. Das gleiche gilt für die Bindung des Erblassers bei einem vor dem Inkrafttreten des BGB errichteten Erbvertrag oder gemeinschaftlichen Testament (Art. 214 EGBGB).

b) Wer vor dem Inkrafttreten des BGB die Fähigkeit zur Errichtung einer Verfügung von Todes wegen erlangt und eine solche Verfügung errichtet hat, behält die Fähigkeit, auch wenn er das nach dem BGB erforderliche Alter noch nicht erreicht hat (Art. 52 Abs. 1 EGBGB).

c) Die Vorschriften des §§ 2230 BGB finden auch auf ein Testament Anwendung, dass ein nach dem Inkrafttreten des BGB gestorbener Erblasser vor diesem Zeitpunkt errichtet hatte (Art. 215 Abs. 2 EGBGB).

d) die Voraussetzungen und Wirkungen eines vor dem Inkrafttreten des BGB geschlossenen Erbverzichtsvertrags sowie eines vor dem bezeichneten Zeitpunkt zum Zweck der Wiederaufhebung des Erbverzichts geschlossenen Vertrags bestimmen sich nach den bisherigen Gesetzen (Art. 217 EGBGB).

 

VII. Materialien. Als solche kommen vorzugsweise in Betracht: Bd. V der Motive

 

Anm. 13: Ihre Benutzung erfordert wegen dir bei der zweiten Lesung vorgenommenen wesentlichen Veränderungen große Vorsicht.

 

und Bd. V, zum Teil auch Bd. VI der sehr wertvollen Protokolle der Kommission für die zweite Lesung, ferner der Bericht der Reichstagskommission über das Erbrecht.

 

Anm. 14: Beachtung verdienen die jetzt vorliegenden und auch auf das Erbrecht sich erstreckenden Entwürfe von Zivilgesetzbüchern für die Schweiz und für Ungarn

 

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VIII. Literatur

 

A. Rechtsvergleichende Werke.

 

Gans: Das Erbrecht in weltgeschichtlicher Entwicklung, 4 Bände (1824 bis 1836.

 

Lassale: Das Wesen des römischen und germanischen Erbrechts in historisch-philosophischer Entwicklung (1861, zweite unveränderte Auflage 1881).

 

B. Römisches Recht.

 

Windscheid: Lehrbuch des Pandektenrechts, 8. Auflage, unter vergleichender Darstellung des deutschen bürgerlichen Rechts bearbeitet von Kipp III (1901). Wird hier zitiert Windscheid III, hinsichtlich der auf das BGB sich beziehenden Zusätze aber Kipp bei W. III

 

Dernburg: Pandekten III, 6. Auflage (1901).

 

Vangerow: Lehrbuch der Pandekten, siebte Auflage, II (1876).

 

Köppen: Lehrbuch des heutigen römischen Erbrechts, 2 Bände (1886 bis 1895).

 

Weitere Literaturangaben finden sich in den genannten Werken.

 

C. Deutsches Recht.

 

Siegel: Das deutsche Erbrecht nach den Rechtsquellen des Mittelalters (1853).

 

Heußler: Institutionen des deutschen Privatrechts II (1886).

 

Stobbe: Handbuch des Deutschen Privatrechts V (1885).

 

D. Partikulares Recht.

 

Dernburg: Lehrbuch des preußischen Privatrechts, vierte Auflage, III (1896).

 

Förster-Eccius: Theorie und Praxis des preußischen Privatrechts. Siebte Auflage, IV (1897).

 

Gruchot: Preußisches Erbrecht, 3 Teile (1865 bis 1867).

 

Roth: Bayerisches Zivilrecht III (zweite Auflage von Becher 1898/99).

 

Unger: Österreichisches Erbrecht (seit 1864 in mehreren unveränderten Auflagen).

 

Pfaff-Hofmann: Kommentar zum österreichischen Bürgerlichen Gesetzbuch II (in Lieferungen seit 1877) und dazu Exkurse II (gleichfalls seit 1877).

 

Zachariä-Crome: Handbuch des französischen Zivilrechts, achte Auflage, III (1895).

 

E. Deutsches bürgerliches Recht.

 

1. Kommentare.

 

Planck-Ritgen V (1899 bis 1902), ein Werk von großer Umsicht und Gründlichkeit.

 

Frommhold: Das Erbrecht des BGB (1899, 1900).

 

Scherer: Erbrecht des BGB (1900).

 

Wilke: Das Erbrecht (1900).

 

Herzfelder in von Staudinger Kommentar V (1899 bis 1902).

 

2. Systematische Darstellungen.

 

Boehm: Das Erbrecht des BGB, zweite Auflage (1900).

 

Pelargus: Das Erbrecht des BGB. Ein Hand-und Nachschlagewerk für jedermann (1899).

 

H. Mayer und R. Reis: Lehrbuch des Familien-und Erbrecht, dritte Auflage (1900).

 

Borcherdt: Das Erbrecht und die Nachlassbehandlung, 3 Bände (1900 bis 1901); ohne Literaturberücksichtigung.

 

Paul Meyer: Das Erbrecht des BGB. Ein Lehrbuch. Bis jetzt 3 Lieferungen (1901, 1902) und zur Zeit noch weit von der Vollendung.

 

Außerdem kommen noch in Betracht die Gesamtdarstellungen des deutschen bürgerlichen Rechts von Cosack in Bd. 2 seines Lehrbuchs, dritte Auflage (1901); Endemann in Bd. 3 des Lehrbuchs (1899, auch in späteren bisher unveränderten Auflagen); Matthiaß in Bd. 2 des Lehrbuchs, dritte Auflage (1900); Kuhlenbeck in Bd. 3 des Werkes: Von den Pandekten zum BGB und Leske: Vergleichende Darstellung des BGB für das Deutsche Reich und des preußischen Allgemeinen Landrecht (seit 1898 in Lieferungen, unvollendet).

 

Schon hier zu nennen sind ferner folgende Schriften:

 

Hachenburg: Das BGB für das Deutsche Reich, Vorträge, zweiter Auflage (1900), behandelt von Seite 648 bis Seite 732 erbrechtliche Fragen.

 

Rüger: Aus dem Erbrechte des BGB im sächsischen Archiv Bd. 9 Seite 401 ff.

 

Weißler: Das deutsche Nachlassverfahren (1900).

 

Binder: Die Rechtsstellung des Erben, erster und zweiter Teil (1901, 1903). Ein dritter Teil steht noch in Aussicht. Soweit Binder im folgenden ohne weitere Bezeichnung berufen ist, beziehen sich die Zitate auf den ersten Teil des hier genannten Buches.

 

Märker: Die Nachlassbehandlung, siebzehnte Auflage, nach den Vorschriften des BGB und seiner Nebengesetze bearbeitet von Köhne und Feißt (1902)

 

Der ersten Auflage des vorliegenden Buches haben eingehende und sehr beachtenswerte Besprechungen gewidmet: Hellmann in der kritischen Vierteljahreszeitschrift Bd. 39 S. 212 ff. und Küntzel in den Beiträgen zur Erläuterung des dtsch. Rechts Bd. 41 S. 449, 583 ff., 808 ff., auf die hiermit besonders aufmerksam gemacht wird.

 

 

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