Teilungsversteigerung von Grundstücken bereitet die Teilung des gesamten Nachlasses vor

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Oftmals wird eine Erbauseinandersetzung von demjenigen Miterben, der eine zum Nachlass gehörende Immobilie bewohnt, blockiert. Für die anderen Miterben kann es dann Sinn machen, durch die Einleitung einer Teilungsversteigerung Druck auf den Miterben auszuüben, der sich gegen die Teilung sperrt. Man kann zunächst nur die Versteigerung eines einzelnen Grundstücks beantragen, auch wenn mehrere in der Erbschaft vorhanden sind. Wenn einer der Miterben widerspricht, müssen aber alle Grundstücke versteigert werden, sonst wird der Versteigerungsantrag zurückgewiesen. Grund: Die Teilungsversteigerung soll die Teilung des gesamten Nachlasses vorbereiten.

Entweder der bzw. die widerstrebenden Miterben finden über dieses taktisch eingesetzte Druckmittel zu kooperativem Verhalten oder es kommt zur Teilungsversteigerung. In eine Teilungsversteigerung sollte man nie ohne eine klare Strategie gehen. Man sollte bis zu einem selbstgesetzten Limit selbst mitbieten (können)oder bei mangelnder eigener Wirtschaftskraft sich über eine notariell zu beurkundende Ausbietungsgarantie mit einem wirtschaftlich potenten Interessenten, der möglicherweise den Zuschlag erhält, den eigenen wirtschaftlich Vorteil sichern (z.B. von der Bietsumme unabhängige Mindestzahlung bei Zuschlag an den Ausbietungsgaranten).

 

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