Testamentsfälschung: Wer muss beweisen, ob Durchstreichungen im Testament vom Erblasser oder einem Fälscher stammen?

 

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Hat A im Testament etwas bekommen und fiele die Zuwendung an A weg, weil die entsprechende Passage sicher nach der Unterschriftsleistung durchgestrichen wurde und ginge die Zuwendung dann an B, muss B beweisen, dass die für B günstige Durchstreichung vom Erblasser stammt. Kann B das nicht, gilt die Fassung ohne Durchstreichung und A erhält das ihm Zugewendete.

Das Oberlandesgericht Köln entschied in einem solchen Fall:

Die objektive Beweislast (Feststellungslast) für die Echtheit eines Testaments trägt grundsätzlich derjenige, der aus dem Testament ein Erbrecht herleitet. Verbleiben nach ausreichenden Ermittlungen Zweifel daran, ob nachträgliche Veränderungen einer Testamentsurkunde vom Erblasser selbst vorgenommen wurden, so gehen diese Zweifel im Erbscheinsverfahren zu Lasten desjenigen, der sich zur Begründung des von ihm beanspruchten Erbrechts auf die Veränderungen beruft. (Beachte:) Wenn nicht auszuschließen ist, dass der Erblasser die Streichung einer Erbeinsetzung auf der Testamentsurkunde schon vor der Unterschriftsleistung vorgenommen hat, trägt den Nachteil der Unaufklärbarkeit auch derjenige, dessen Name gestrichen worden ist.

OLG Köln, Beschluss vom 12.11.2003 – Aktenzeichen: 2 Wx 25/03

 

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