Testamentskartei sicherten die Testamentsauffindung bis zur Einführung des Zentralen Testamentsregisters 2012

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Die Testamentskartei war  bis 2012 eine beim Standesamt des Geburtsortes einer dort im Geburtenregister eingetragenen Person geführte Kartei. Sie wurde durch das zentrale Testamentsregister im Jahre 2012 abgelöst. Es gab bundesweit rund 15 Millionen Einträge in den Testamentskarteien.

Die Aufgabe der Kartei war die Sicherung der gesetzlichen oder durch Testament festgelegten (gewillkürten) Erbfolge.

Die Standesämter erhielten zu diesem Zweck von den Notaren, Amtsgerichten, Verwahrungsgerichten oder Jugendämtern A5-quer-Karteikarten mit den wesentlichen Daten (Name, Geburtsdatum, Aktenzeichen, Urkundsrollennummer, Absender, etc.) zur genannten Person. Der Standesbeamte vergab der Karteikarte eine fortlaufende Nummer und stellte sie in der Testamentskartei ab. Die Nummer wurde im Geburtseintrag des Geburtenregisters vermerkt. Für im (heutigen) Ausland geborene Deutsche befand sich die Hauptkartei für Testamente beim Amtsgericht Schöneberg in Berlin.

Verstarb ein Mensch, wurde nach der Eintragung im Sterberegister durch den Standesbeamten am Sterbeort das Standesamt des Geburtsortes informiert. Dieser trug den Tod der beurkundeten Person im Geburtenregister ein. Stellte er dabei fest, dass der Geburtseintrag mit einer Testamentskarteinummer (TK) versehen war, entnahm er die entsprechende(n) Karteikarte(n) und informierte die dort genannten Absender über den Tod der Person. Die Absendung der Information wurde mit Datum und Ziel auf der Karteikarte vermerkt. Die Karte verblieb im Standesamt.

Während einer Übergangszeit vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2013 wurden die bisherigen Testamentskarteien durch Testamentsdateien abgelöst.

 

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