Testierfähigkeit: Ohne sie kann man kein Testament wirksam errichten

 

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Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Testierfähigkeit ist die Rechtsfähigkeit ein Testament oder einen Erbvertrag rechtswirksam zu errichten.

Sie ist

  • grundsätzlich mit Vollendung des 18. Lebensjahres als unbeschränkte Testierfähigkeit gegeben
  • mit Vollendung des 16. Lebensjahres als beschränkte Testierfähigkeit gegeben, weil man zwischen 16 und 18 Jahren wirksam nur ein Testament vor einem Notar errichten kann.

Kein wirksames Testament können errichten

  • Personen unter 16 Jahren
  • wer geschäftsunfähig ist oder im Zeitpunkt der Testamentserrichtung war

Internationales Erbrecht: Nach welchem Recht bestimmt sich die Testierfähigkeit des Erblassers?

Nach dem Recht, das gegolten hätte, wenn der Testierende im Zeitpunkt der Errichtung des Testamentes gestorben wäre.

Man sprich hier vom Errichtungsstatut. Das Errichtungstatut ist das sogenannte hypothetische Erbstatut, weil man fragt, welches Erbrecht gegolten hätte, wenn der Testierende im Zeitpunkt der Testamentserrichtung gestorben wäre. Das tatsächliche Erbstatut ist hingegen, das Erbrecht das gilt, wenn man auf den wirklichen Tod des Erblassers abstellt.

Artikel 26 EGBGB Verfügungen von Todes wegen
...

   (5) Im übrigen unterliegen die Gültigkeit der Errichtung einer Verfügung von Todes wegen und die Bindung an sie dem Recht, das im Zeitpunkt der Verfügung auf die Rechtsnachfolge von Todes wegen anzuwenden wäre. Die einmal erlangte Testierfähigkeit wird durch Erwerb oder Verlust der Rechtsstellung als Deutscher nicht beeinträchtigt.

 

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