Testierfreiheit: Die Freiheit über das eigene Vermögen per Testament zu verfügen

 

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht

Testierfreiheit

ist die vom Gesetz eingeräumte Möglichkeit, in den Grenzen des Pflichtteilsrechts frei durch Verfügung von Todes wegen über das eigene Vermögen zu verfügen.

Fesseln

Die Testierfreiheit musste über Jahrhunderte erkämpft werden. Bevor die Kirche das römische Recht in das Gebiet des heutigen Deutschlands brachte, war das Vermögen in den Fesseln der Familie verstrickt. Es blieb immer alles bei der Sippe. Eine freie Vererbung war gar nicht möglich.

Freiheit contra Gesetz

Testierfreiheit meint somit, dass man in einer Verfügung von Todes wegen anders verfügen kann, als das der Staat in seinen Gesetzen (gesetzliche Erbfolge) vorschreibt. Man ist also darin frei, wie man testieren will. Obwohl das Gesetz als gesetzliche Erbfolge vorschreibt, dass der Ehegatte und die Kinder nebeneinander erben, kann der Erblasser z.B. alleine den Ehegatten zum Erben einsetzen. Die Testierfreiheit ist allerdings eingeschränkt, z.B. durch das Pflichtteilsrecht.

Grundgesetz

Die Testierfreiheit ist ein Ausfluss der Privatautonomie und ist in Deutschland grundrechtlich in Art. 14 GG abgesichert. Sie findet ihre Grenze im Pflichtteilsanspruch des Pflichtteilberechtigten.

Der Grundsatz der Testierfreiheit dürfte das letztlich herrschende Prinzip im deutschen Erbrecht darstellen, da auch das Pflichtteilsrecht nur eine geldwerte Forderung gegen den Nachlass gewährt, nicht aber eine unentziehbare Teilhabe am Nachlass.

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