Universalfideikommiss: Das alte Universalvermächtnis

 

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Der Universalfideikommiss ist ein Vermächtnis, des ganzen („universalen“) Vermögens des Erblassers, so dass der damit beschwerte Erbe (Fiduziar) die gesamte Erbschaft an den Bedachten (Fideikommissar) übertragen („committere“) muss, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Der Vermächtnisnehmer heißt in diesem Fall Universalfideikommissar. Im deutschen Erbrecht spricht man von einem Universalvermächtnis. Dieses liegt vor, wenn der Erblasser einem Dritten die gesamte Erbschaft mittels Vermächtnis zuwendet und dabei deutlich gemacht hat, dass die Auslegungsregel des § 2087 BGB nicht gelten soll.

Im römischen Recht war der Universalfideikommiss ursprünglich eine Verfügung von Todes wegen, deren Erfüllung alleine vom Gewissen des Erben („fidei“) abhing und nicht erzwungen werden konnte.

 

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