Unternehmensnachfolge (Allgemeines)

 

Unternehmensnachfolge  erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Das Problem:

Viele Familienunternehmen scheitern nicht im Wettbewerb mit anderen, sie finden ihr Verderben vielmehr durch internen Streit zwischen den Familiengesellschaftern. Dies gilt vor allem, wenn der Firmenpatriarch abtritt und es zum Erbfall kommt. Jährlich stehen derzeit cirka 400.000 Mittelstandsunternehmen aus Gründen des Generationswechsels zur Übergabe an ( die Zahl 400.000 stammt aus 2005). Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung dieses Vorgangs wird deutlich, wenn man bedenkt, dass dabei cirka 5 Millionen Arbeitsplätze betroffen sind.

Die Lösung:

Naturgemäß gibt es keine Patentlösung, aber vier goldene Regeln:

1. Offenheit

Die nächste Generation sollte möglichst nicht erst aus dem Testament erfahren, was werden soll. Die Zukunft des Unternehmens sollte mit den Kinder rechtzeitig besprochen werden. In vielen Unternehmerfamilien wird das Thema tabuisiert. Bei Erbfall brechen dann Spannungen hervor, die ihre Ursache teilweise in der Kindheit haben.

2. Klarheit

Der „Firmenpatriarch“ muss eine klare Linie vorgeben und nicht, eventuell je nach Tageslaune, die Kinder untereinander ausspielen.

3. Rechtzeitigkeit

Spätestens mit 60 Jahren sollte der Unternehmer die Nachfolge geregelt haben, am besten, indem die nächste Generation schrittweise beteiligt wird (vorweggenommene Erbfolge).

4. Ohne fachkundige juristische Absicherung kann eine
Unternehmensnachfolge nicht gelingen:

– Testament und Gesellschaftsvertrag sind abzustimmen
– Ein Firmenbeirat mir neutralen und kompetenten Personen sichert
Kontinuität.
– Ein kompetenter Testamentsvollstrecker sichert Familienfrieden.
– Ein in Gesellschaftsvertrag und Testament verankertes Schiedsverfahren sorgt für diskrete und schnelle Bereinigung dennoch
auftretender Streitigkeiten.

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