Vermächtnis, Testament oder Erbvertrag: Wie regle ich meinen Nachlass?“

Fachanwalt Gerhard Ruby ist Spezialist für Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht.

 

Vermächtnis, Testament oder Erbvertrag: Wie regle ich meinen Nachlass?“

Herr Ruby, wer sollte denn überhaupt ein Testament schreiben?

Antwort: Das Testament ist die bekannteste  Form der letztwilligen Verfügung. Der spätere Erblasser kann jederzeit ein Testament errichten und darin festlegen, wie die Aufteilung seines Nachlasses nach seinem Ableben zu erfolgen hat. Gemäß § 1937 BGB wird ein Testament stets einseitig durch den Erblasser erstellt und bedarf somit keiner zweiten Partei.

Wie bei einer letztwilligen Verfügung üblich, wird  mit einem Testament der Nachlass des Erblassers geregelt. Mit einem solchen Dokument trifft der Verfasser also Vorkehrungen für seinen eigenen Tod und definiert, wer in welcher Form am Erbe beteiligt wird.

Das heißt, das Testament ist auch gültig, wenn es nicht notariell beurkundet wurde?

Antwort: Ja, das ist es. Beide Testamentsformen sind völlig gleichwertig. Das öffentliche Testament des Notars und das private handschriftliche Testament. Auch das private Testament kann für nur 75 Euro beim Nachlassgericht hinterlegt werden. Da gibt es dann genauso einen Hinterlegungsschein wie beim notariellen Testament. Ich stelle in der Praxis sogar fest, dass viele notarielle Testamente nicht zum Tragen kommen, weil sie am Lebensende durch private Testamente aufgehoben werden. Auf jeden Fall sollte man aber immer schreiben, dass alle früheren Testamente widerrufen werden. Sonst gibt es Streit, welches Testament gilt oder ob die Testamente nebeneinander gelten.

Das heißt, ein eigenhändig geschriebenes Testament ist schon nicht schlecht, in jedem Fall gültig, aber wer sicher gehen will und Streit unter den Erben vermeiden will, lässt sein Testament notariell beurkunden?

Antwort: Ein Testament sollte auf jeden Fall von einem Fachmann entworfen werden. Das war früher ausschließlich der Notar. Seit ungefähr 15 Jahren gibt es jetzt aber auch den Fachanwalt für Erbrecht. Das sind Fachanwälte, die sich oft ausschließlich auf das Erbrecht und Erbschaftsteuerrecht spezialisiert haben. Da Fachanwälte für Erbrecht in der Regel auch erbschaftsteuerlich beraten und günstiger sein können als Notare, werden immer mehr Testamente von Fachanwälten für Erbrecht errichtet. Notar oder Fachanwalt. Da machen die Zuschauer nichts falsch.

Und dann gibt es da ja auch noch das sogenannte Vermächtnis. Was ist das dann im Vergleich zum Testament?

Antwort: Ein Vermächtnis, das sind quasi Auflagen für den oder die Erben. Der Erblasser kann ja beispielsweise seinen einzigen Sohn zum Alleinerben erklären, ihn dann aber eben auch noch mit einem Vermächtnis beschweren, wie z.B. die Plattensammlung dem besten Freund des Erblassers zu vermachen oder das Silberbesteck der Lieblingscousine.

Und wo ist jetzt der Unterschied zwischen Testament und Erbvertrag?

Antwort: Der wesentliche Unterschied zwischen einem Erbvertrag und einem Testament besteht in der Form der Errichtung und in der Abänderbarkeit. Während es bei der Errichtung eines Testaments vollkommen ausreicht, wenn der Erblasser dies für sich allein tut, ist ein Erbvertrag ein zweiseitiges Rechtsgeschäft, das der notariellen Beurkundung bedarf. Beim Testament gilt der Grundatz der letzte Wille zählt. Ein Testament kann bis zum Tod abgeändert. Ein Erbvertrag ist ein Vertrag. Aus dem kommen Sie nicht mehr heraus, wenn der Erbe nicht zustimmt. Für den Erblasser ist das Testament, für den Erben der Erbvertrag der bessere Weg.

Und was passiert, wenn ich weder das Eine noch das Andere mache als Erblasser?

Antwort: Dann tritt die sogenannte gesetzliche Erbfolge ein, dann erben die Kinder oder sonstigen Verwandten.

Und was passiert mit einem Erbe, wenn nichts geregelt ist und es keine Verwandten mehr gibt?

Antwort: Dann erbt zu Guter letzt der Staat, also der Fiskus des Bundeslandes in dem der Erblasser gestorben ist.

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