Vorerbe und Nacherbe: Wie beim Staffellauf

RUBY. Die Kanzlei für Erbrecht. Villingen – Rottweil – Radolfzell.

Der Staffellauf von Vor- und Nacherbe

Im Testament kann man Vor- und Nacherschaft anordnen. Vorerbe und Nacherbe sind dann beide Erben des Erblassers. Der Vorerbe ist Erbe nur auf eine bestimmte Zeit. Dann wird der Erblasser vom Nacherben beerbt. Dieser Zeitpunkt, in dem der Nacherbe zum Zug kommt, nennt man Nacherbfall. Der Nacherbfall kann der Tod des Vorerben sein. Dann geht die Erbschaft mit dem Tod des Vorerben auf den Nacherben über. Es kann aber auch jeder andere beliebige Zeitpunkt zum Nacherbfall bestimmt werden. Das kann z.B. ein 5-Jahreszeitraum sein, eine Wiederverheiratung des Vorerben oder eine Scheidung oder sonst ein Ereignis. Auch wenn der Vorerbe – wie bei einem Staffellauf – den Stab der Vorerbschaft beim Nacherbfall an den Nacherben abgeben muss, ist der Vorerbe richtiger Erbe. Der Vorerbe kann über die zur Erbschaft gehörenden Gegenstände verfügen, weil er richtiger Eigentümer ist.

Der Nacherbe als Zielläufer

Allerdings ist die Wirksamkeit seiner Verfügungen eingeschränkt. Der Nacherbe ist der eigentliche Erbe. Er darf – um beim Bild des Staffellaufs zu bleiben – den Stab über die Ziellinie tragen. Dann gehört die Erbschaft endgültig ihm. Weil der Nacherbe derjenige Erbe ist, bei dem die Erbschaft im Ergebnis landen soll, muss er geschützt werden. So sind entgeltliche Verfügungen des Vorerben über ein Grundstück und die unentgeltliche Verfügung des Vorerben über jeden Erbschaftsgegenstand (Schenkung) unwirksam, wenn die Nacherbfolge eintritt  und das Recht des Nacherben durch die Verfügung des Vorerben beeinträchtigt wird.

Befreiter Vorerbe

Von diesen Beschränkungen zum Schutz des Nacherben kann der Vorerbe aber befreit werden. So kann der Erblasser im Testament bestimmen, dass der Vorerbe entgeltlich über ein Grundstück verfügen darf, ohne dass diese Verfügung dann später beim Eintritt des Nacherbfalls unwirksam wird. Die Schenkung von Erbschaftsgegenständen ist dem Vorerben aber nie rechtswirksam möglich. Der Erblasser kann den Vorerben auch nicht durch Testament berechtigten, Erbschaftsgegenstände wirksam zu verschenken. Sonst wäre der Nacherbe ja nicht geschützt und könnte vom Erben durch Schenkungen „ausgehungert“ werden.

Nacherbfolge

Es gibt Fälle, in denen es gar nicht zur Nacherbfolge kommt. Zum Beispiel dann, wenn der Nacherbe vor dem Nacherbfall verstirbt oder die Nacherbschaft ausschlägt. Wenn es in diesen Fällen keine Ersatznacherben gibt, kann die Nacherbfolge gar nicht mehr eintreten. In einem solchen Fall, könnte dann auch die Unwirksamkeit einer unentgeltlichen Verfügung des Vorerben nicht mehr eintreten. Nur bei Eintritt der Nacherbfolge kann eine Verfügung des Vorerben unwirksam werden. Voll wirksam ist eine Verfügung des Vorerben auch immer dann, wenn der Nacherbe dieser Verfügung zustimmt.

Nacherbenvermerk

Damit der Nacherbe wirklich ausreichend geschützt wird, wird im Grundbuch ein sogenannter Nacherbenvermerk eingetragen. Dann sieht der Erwerber, der das Grundstück vom Vorerben kaufen will immer, dass das Grundstück durch Nacherbschaft belastet ist und der Grundstückskauf unwirksam werden wird, wenn Nacherbfolge eintritt.

Schenkungen des Vorerben

Schenkungen des Vorerben werden immer unwirksam, wenn die Nacherbfolge eintritt. Bis dahin sind sie allerdings wirksam. Hat der Nacherbe zugestimmt bleiben sie auch wirksam.  Sind mehrere Nacherben eingesetzt müssen alle Nacherben der Schenkung zustimmen, damit sie auf jeden Fall wirksam bleibt. Wenn also zwei Nacherben vorhanden sind, reicht es nicht aus, dass nur einer zustimmt. Ersatznacherben müssen Schenkungen des Vorerben nicht zustimmen, wenn der eigentliche Nacherbe zugestimmt hat.

 

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