Was ist eigentlich der „Härteausgleich“ in der Erbschaftsteuer?

„Härteausgleich“ in der Erbschaftsteuer. Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

„Härteausgleich“ in der Erbschaftsteuer?

Oder anders gefragt: Wenn ich 76.000 Euro statt 75.000 Euro zu versteuern habe (nach vorherigem Abzug der Freibeträge), muss ich dann wirklich 11 % also 8.360 Euro statt 5.250 Euro Erbschaftsteuer bezahlen? Dann hätte ich ja besser nur 75.000 Euro statt 76.000 Euro geerbt.

Um eine solche „Härte“ zu vermeiden, sieht das Erbschaftsteuergesetz einen Härteausgleich vor. Es gibt in § 19 ErbStG Wertgrenzen. So zahlt man in der Steuerklasse I (z.B. als Kind des Erblassers) bei einem steuerpflichtigen Erwerb

bis 75.000 Euro einen Prozentsatz von 7 %
bis 300.000 Euro 11 %
bis 600.000 Euro 15 %
bis 6.000.000 Euro 19 %
bis 13 Mio. Euro 23%
bis 26 Mio. Euro 27 %
über 26 Mio. Euro 30 %

§ 19 Abs. 3 ErbStG bestimmt hierzu:

(3) Der Unterschied zwischen der Steuer, die sich bei Anwendung des Absatzes 1 ergibt, und der Steuer, die sich berechnen würde, wenn der Erwerb die letztvorhergehende Wertgrenze nicht überstiegen hätte, wird nur insoweit erhoben, als er

a) bei einem Steuersatz bis zu 30 Prozent aus der Hälfte,

b) bei einem Steuersatz über 30 Prozent aus drei Vierteln,

des die Wertgrenze übersteigenden Betrags gedeckt werden kann.

In unserem Fall dürfen zu den 5.250 Euro nur 500 Euro draufgesattelt werden, so dass sich nur eine Erbschaftsteuer von 5.750 Euro ergibt.

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