Was ist eine „GmbH & Co KG“ und welche Vorteile hat sie im Erbrecht?

Was ist eine „GmbH & Co KG“ und welche Vorteile hat sie im Erbrecht? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

Was ist eine „GmbH & Co KG“ und welche Vorteile hat sie im Erbrecht?

Wie es der Namen schon sagt, handelt es sich um eine KG, also eine Kommanditgesellschaft. Die Kommanditgesellschaft ist eine Personenhandelgesellschaft, bei der nicht alle Gesellschafter unbeschränkt haften, also mit ihrem gesamten Vermögen, sondern bei der es zumindest einen Gesellschafter gibt, der gegenüber den Gesellschaftsgläubigern nur beschränkt haftet, nämlich nur mit seiner Vermögenseinlage. Diesen bzw. diese nur beschränkt haftenden Gesellschafter nennt man Kommanditist(en), den oder oder die unbeschränkt haftenden Gesellschafter nennt man Komplementär. Das besondere an der GmbH & Co. KG ist nun, dass der persönlich haftende Gesellschafter keine natürliche Person, sondern eine GmbH ist. Die GmbH haftet also unbeschränkt, während die natürlichen Personen als Kommanditisten nur beschränkt mit ihrer Vermögenseinlage haften.

Bei der GmbH & Co. KG steht die Geschäftsführungsbefugnis und Vertretungsbefugnis der GmbH zu, welche diese Befugnisse über den oder die Geschäftsführer ausübt. Dies ermöglicht der GmbH & Co. KG die Befreiung von den Ketten der Selbstorganschaft. Nach dem Grundsatz der Selbstorganschaft müssen Handelnder und Gesellschafter dieselben sein. Dieser Grundsatz gilt auch bei der KG, wird aber ausgehöhlt, wenn Komplementär eine GmbH ist. Das führt zu einer größeren rechtlichen Beweglichkeit der GmbH & Co. KG gegenüber einer reinen KG. Dies zeigt sich zum Beispiel gerade auch im Erbfall. Wenn keiner der Erben willens ist für die Gesellschaft zu handeln, kann man bei einer GmbH & Co. KG die Handlungsbefugnis einem familienfremden GmbH-Geschäftsführer übertragen, der dann die Geschicke der KG lenkt, ohne dass er – wie ein Gesellschafter – haftet.

Gleiches gilt für den Fall der vorweggenommenen Erbfolge. Hat der Unternehmer mehrere Kinder, die er alle gleich bedenken will, ist aber (nur) eines der Kinder besonders zur Unternehmensführung geeignet, kann er alle Kinder die gleichen Kommanditbeteiligungen zuwenden, aber nur das zur Unternehmensnachfolge geeignete Kind UK und Geschäftsführer der Komplementär-GmbH werden lässt. UK kann dann die Geschäfte führen, ohne dass ihn seien Kommandit-Geschwister hieran hindern könnten. So bestimmt § 164 HGB:

Die Kommanditisten sind von der Führung der Geschäfte der Gesellschaft ausgeschlossen; sie können einer Handlung der persönlich haftenden Gesellschafter nicht widersprechen, es sei denn, dass die Handlung über den gewöhnlichen Betrieb des Handelsgewerbes der Gesellschaft hinausgeht. Die Vorschriften des § 116 Abs. 3 bleiben unberührt.

Die GmbH & Co. KG sichert auch den Fortbestand des Unternehmens. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass eine GmbH nicht stirbt. Während beim Tod einer natürlichen Person als Komplementär das Fortbestehen der KG in Frage gestellt ist, ist es für eine GmbH, die fortbesteht, leichter einen Geschäftsführer zu finden, als einen natürlichen Gesellschafter, der bereit ist in die Komplementärstellung einzusteigen, die ja die persönliche Haftung mit sich bringt.

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