Was kostet eine Betreuung?

Was kostet eine Betreuung? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

1. Gerichtskosten und Betreuervergütung

Zu unterscheiden sind die Gerichtskosten, die für das Verfahren bis zum Betreuungsbeschluss entstehen und die laufenden, jährlichen Gerichtskosten. Dazu kommt noch die Vergütung, die der Betreuer erhält.

2. Welche Gerichtskosten entstehen bei einer Betreuung?
  • das Honorar für den Verfahrenspfleger (der dem Betroffenen beigeordnet wird, bis zum Betreuungsbeschluss)
  • das Honorar des Sachverständigen (Psychologe für sein Gutachten)
  • Fahrtkosten und sonstige Auslagen des Gerichts
  • die jährliche Gerichtsgebühr, die 1 Promille des Vermögens beträgt. Der Millionär zahlt also jährlich 1000 Euro, der Mittellose nichts.
3. Wie viel kostet ein Betreuer?

Der ehrenamtliche Betreuer eines mittellosen Betreuten erhält eine Jahrespauschale von 323 Euro vom Staat.

Der ehrenamtliche Betreuer eines vermögenden Betreuten erhält eine Vergütung, die vom Gericht festgesetzt wird, und aus dem Vermögen des Betreuten zu bezahlen ist.

Berufsbetreuer erhalten eine Vergütung zwischen  27 Euro und 44 Euro die Stunde, wobei im Monat in der Anfangszeit bis zu 8,5 Stunden anfallen können und nach einem Jahr nur noch 2 bis 4,5 Stunden im Monat.

Ein Berufsbetreuer mit akademischer Ausbildung erhält für einen

  • mittellosen Betreuten, der im Heim untergebracht ist, im ersten Jahr 1.848 Euro und ab dem zweiten Jahr eine Vergütung von 1.056 Euro
  • vermögenden Heimbewohner  im ersten Jahr 2.376 Euro und ab dem zweiten Jahr 1320 Euro
  • zu Hause untergebrachten vermögenden Betreuten im ersten Jahr 3.630 Euro und ab dem zweiten Jahr 2.376 Euro.

In den Stundensätzen sind die Umsatzsteuer sowie Auslagen pauschal enthalten.

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