Wie werden wir den Testamentsvollstrecker los?

Gerhard Ruby - Portrait

Wie werden wir den Testamentsvollstrecker los? Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist für Erbrecht

Wie werden wir den Testamentsvollstrecker los?

Wir sind eine Erbengemeinschaft und fühlen uns vom Testamentsvollstrecker wie kleine Kinder behandelt. Er führt sich auf, als ob das Erbe ihm und nicht uns gehöre. Können wir den TV irgendwie loswerden?

  • Mittels Entlassung durch das Nachlassgericht wegen grober Pflichtverletzung des TV (z.B. volle Untätigkeit, TV spielt sich selbst Nachlasserte zu, Missachtung der Verfügungen des Erblassers, keine Übermittlung des Nachlassverzeichnisses an Erben trotz Mahnung und Fristsetzung, keine Auskunftserteilung an Erben)
  • Entlassung wegen Unfähigkeit des TV (bei Insolvenz des TV selbst oder Abgabe der e.V. über sein Vermögen, bei Verbüßen einer Freiheitsstrafe, lang andauernder Krankheit)
  • Entlassung, weil eine tiefgreifende Feindschaft zwischen Erben und TV besteht, wobei hier die Anforderungen hoch sind
  • Entlassung, weil zwischen dem  Erben und  dem TV ein erheblicher Interessenwiderstreit besteht
  • Entlassung, weil der TV durch eigennütziges Verhalten ein objektiv gerechtfertiges Misstrauen beim Erben schürt (z.B. wenn sich TV selber ein Darlehen aus dem Nachlass gewährt)
  • Bei Kündigung seines Amtes durch den TV selbst (was ggfs. durch Zahlunge eines Abstandsgeldes oder durch Mobbing erreicht werden kann)Durch den Tod des TV, wenn die TV auf Lebenszeit des TV angeordnet wurde
  • Durch Zeitablauf, wenn die TV auf eine bestimmte Zeit angeordnet wurde.
  • Wenn der TV geschäftsunfähig wird oder ein Betreuer für ihn bestellt wird
  • Eine Dauervollstreckung endet in der Regel mit Ablauf von höchstens dreißig Jahren (wenn nicht TV bis zum Tod des Erben oder des TV angeordnet ist)
  • Der Erbe kann seien  mit der Testamentsvollstreckung belasteten Erbteil innerhalb sechs Wochen nach Kenntnis vom Testament ausschlagen und statt des ausgeschlagenen Erbteils den Pflichtteil verlangen.
  • Durch einen Deal mit Ersatzerben kann ähnliches erreicht werden. Der Erbe schlägt den Erbteil aus, die Ersatzerben rücken an seiner Stelle in den Erbteil aus und zahlen ihm eine Abfindung (wenn sie es tun!)
  • Der Erbe kann seinen Erbteil verkaufen (wenn er einen Käufer findet)
  • Wenn der Nachlass Ertrag bringt (z.B. Nachlassunternehmen) und der Ertrag den Bestand des Nachlasses übersteigt und der TV nur diesen zu erhalten hat, ist der übersteigende Anteil als freies Vermögen an die Erben auszukehren.
  • Nachlassgegenstände, die der TV zur Erfüllung seiner Obliegenheiten nicht mehr braucht, sind an die Erben herauszugeben (das gilt nicht bei einer Dauer-TV)
  • Durch einen Deal zwischen TV und Erben (Du gibst uns das Erbe oder einen Teil davon und wir stellen dich von der Haftung frei) können Teile oder der gesamte Nachlass aus der TV herausgelöst werden.Dieses Vorgehen ist m.E. allerdings nicht ungefährlich, da der TV damit gegen den Willen des Erblassers handelt und eventuell einen Entlassungsgrund schafft (aber dann ist man ihn ja erst recht los 😉
  • Ob im Gesellschaftsrecht durch eine Umwandlung der Rechtsform der Gesellschaft die TV obsolet werden kann, ist zweifelhaft und umstritten.

 

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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